Notebooks via ExpressCard mit USB 3.0 aufrüsten

Ältere Notebooks haben oft kein USB 3.0-Anschluss, folglich kann das Umkopieren von grösseren Datenmengen oder das Backup zur Geduldsprobe werden. Abhilfe schafft das Aufrüsten via ExpressCard bringen.

Zunächst muss geprüft werden, ob das Notebook überhaupt einen ExpressCard-Schacht hat und welcher Formfaktor verwendet wird. Hilfreich ist dabei in der Regel ein Blick ins Datenblatt und Wikipedia. Ferner sollte man sich überlegen, was einem lieber ist, da es Einsteckkarten gibt, die mit dem Notebook-Gehäuse abschließen und solche, die über stehen.

Nachfolgend geht es um Erfahrungswerte und nicht nackte Zahlen! Ferner hängt die Performance von mehreren Faktoren.

Wir kamen nun zu diesem Thema gleich aus mehreren Gründen: Zum einen wollte ein Kunde eine Aufrüstung, allerdings ging es ihm darum, einen WLAN-Stick mit 802.11ac-Standard zu verwenden (ich persönlich hätte zwar eher das verbaute Modul ausgetauscht, aber das wollte der Kunde nicht), zum anderen bin ich mit meinem Lenovo ThinkPad T410 oft im Außendienst unterwegs und muss entweder etwas kopieren oder via USB-Dockingstation (z.B. SATA QuickPort Duo USB 3.0) Datenträger klonen und zum Dritten wird unser Werkstatt-Notebook oft für Kunden-Backups oder ebenfalls für’s Klonen verwendet. Letzteres hat seit einer unglücklichen Sache mit PoE (siehe hier) keine funktionierende kabelgebundene Netzwerkschnittstelle mehr, das konnte im Rahmen der USB 3.0-Aufrüstung ebenfalls geändert werden. Dazu später mehr.

Test-Umgebung

Das Notebook ist ein FSC Lifebook S7210 mit Samsung 840 EVO SSD mit 120 GB Kapazität und Windows 8.1 Pro. Die USB-Festplatte ist eine Samsung D3 Station mit 4TB 3.5″ HDD, USB 3.0 und eigener Stromversorgung.

Kurz gesagt: Keine aktuelle Hardware, dennoch hat sich das Aufrüsten gelohnt. Mal abgesehen davon, das wir mit dem Notebook super zufrieden sind und es seinen Zweck voll und ganz erfüllt.

Kandidat Eins

Unfreiwillig wurden zwei ExpressCards getestet. Zunächst kam eine USB 3.0 ExpressCard mit 54mm von CSL-Computer (Amazon) zum Einsatz. Karte reinstecken, Treiber installieren und einmal neustarten (wird nicht angefordert, aber erst danach lief die Karte bei uns), schon kann es losgehen.

Die USB-Festplatte wurde sofort erkannt und die ersten Tests konnten beginnen. Dies verlief zunächst relativ vielversprechend …

… aber die Sache ist die: Die Karte wird selbst im Leerlauf sehr warm (schätzungsweise um die 50°C oder mehr), ferner kam es innerhalb von 24 Stunden zu drei Bluescreens. Das Problem mit der Wärme scheint nichts gänzlich unbekanntes zu sein, wie man bei den Fragen und Antworten bei Amazon zur 34mm-ExpressCard von CSL nachlesen kann.

Auf Nachfrage beim Support wurde uns erklärt, das es einfach so sei (extreme Kurzfassung des Gesprächs!). Das erschien uns arg seltsam.

Kandidat Zwei

Da eine 54mm Karte nicht in mein Notebook passt, musste so oder so noch eine 34mm-Variante her. Dazu wurde ein Modell von Delock (Amazon) angeschafft. Diese passt ebenfalls in unser FSC-Gerät. Diesmal genügte es die Karte reinzustecken und den Treiber zu installieren. Bereits im Leerlauf bleibt die Karte deutlich kühler als das Modell von CSL. Eine weitere positive Überraschung zeigte sich dann im Test. Die neue Karte war nochmals schneller, als die Vorige. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit die Karte in meinem Notebook zu testen.

Damit war aber auch endgültig klar, das die Karte von CSL zurückgeschickt wird. Ob es sich nun um einen Einzelfall handelt, Chipsatzunterschiede, Chargen oder die Kombination der Geräte eine Rolle spielt, wurde nicht weiter ergründet.

Getestet wurde mit unserem Skript aus dem Beitrag Speedtest mit Windows-Bordmitteln – Ein kleines Skript. Die Verbesserung bzw. Zeitersparnis ist auf jeden Fall spürbar, selbst mit einer USB 2.0-Festplatte klappte via ExpressCard die Übertragung schneller, als mit dem verbauten USB-Controller. Das hatten wir nicht erwartet. Ein Beispiel:

USB 2.0 integriert: 15 MB/s
USB 2.0 ExpressCard: 20 MB/s

Netzwerkanschluss nachrüsten

Zum Abschluss noch der Punkt mit der defekten Netzwerkschnittstelle an unserem Werkstatt-Notebook: Man hätte auch via ExpressCard oder Dockingstation, sie es das Original von FSC oder eine USB-Dockingstation, die nicht mehr funktionierende Netzwerkkarteschnittstelle „überbrücken“ können. Die Wahl viel allerdings auf einen USB 3.0-Hub von Inatek (Amazon) mit integriertem Netzwerk. Da gibt es nicht viel zu zu sagen: Das Teil lief auf Anhieb, die Treiber wurden automatisch installiert und fertig war’s.

Update 08.05.2016

Leider läuft’s nicht immer stabil. Manchmal muss das Notebook neu gestartet werden, mal reicht es aus die ExpressCard zu entnehmen und wieder einzustecken. Seit einer Weile testen wir, ob es hilft, diverse nicht benötigte USB-Geräte/-Anschlüsse im Geräte-Manager zu deaktivieren. Bislang sieht es gut aus.

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