Synology DSM 6.2.x in VirtualBox installieren

Vor über drei Jahren wurde das Virtualisieren von Synology’s DSM 5.2 unter VirtualBox beschrieben. Zeit für eine Aktualisierung, denn inzwischen hat sich viel getan.

Vorbereitungen

Bevor es losgehen kann, muss man erstmal was herunterladen, konvertieren und konfigurieren.

Download’s

Jun’s Loader v1.03b (DS315xs/DS317xs): XPEnology Club – Downloads

Jun’s Loader v1.04b (DS918+): XPEnology Community – DSM 6.2 Loader

„synoboot.img“ in *.vdi umwandelt

Damit der Loader direkt und ohne Umwege in VirtualBox verwendet werden kann, wandelt man diesen zuerst in eine virtuelle Festplatte im VirtualBox-eigenen *.vdi-Format um. Der Befehl dazu lautet:

VBoxManage.exe convertdd synoboot.img synoboot.vdi

Optional: *.vdi mit jeweils neuer UUID

VirtualBox identifiziert virtuelle Medien anhand der UUID. Möchte man nun zwei oder mehr DSM’s einrichten, geht das aufgrund der gleichen UUID des Loader-Abbilds nicht. Daher sollte jede „synoboot.vdi“ eine eigene UUID erhalten. Dies geht einfach über folgenden Befehl:

VBoxManage.exe internalcommands sethduuid synoboot.vdi

Optional: Eigene MAC-Adresse im Loader konfigurieren

Möchte man die durch den Loader vorgegebene MAC-Adresse nicht verwenden oder möchte man mehrere virtuelle DSM’s gleichzeitig laufen lassen, so müssen pro Loader neue MAC-Adressen konfiguriert werden.

  • Mit OSFMount die *.img laden.
  • Die erste Partition auswählen.
  • Den Haken entfernen bei „Read-only drive“.
  • Im eingehängten Abbild im Ordner „grub“ die Datei „grub.cfg“ editieren.
  • Zeile 25 „set mac1=…“ anpassen.
  • Die Änderung speichern und das Abbild aushängen.
  • Nun wie oben beschrieben die Datei umwandelt und mit neuer UUID versehen.

Virtuelle Maschine anlegen

Viel hilft viel gilt in diesem Fall für den virtuellen Arbeitsspeicher und den virtuellen Prozessor, das hängt selbstverständlich davon ab, was man innerhalb des virtuellen Synology NAS’es tun möchte. Minimal sollte man folgendes Konfigurieren:

  • Betriebssystem: Linux 2.6 / 3.x /4.x (64-bit)
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Virtuelle Festplatten: SATA, Port 0: synoboot.vdi, Port 1 und weitere die eigentlichen Daten-Laufwerke. IDE oder anderes entfernen.
  • Netzwerk auf Bridge stellen und folgende MAC-Adresse, sofern man keine Eigene verwendet, eintragen:Jun’s Loader v1.03b (DS315xs/DS317xs): 0011322CA785
    Jun’s Loader v1.04b (DS918+): 001132123456
  • Alle unnötigen virtuellen Hardware-Anhängsel deaktivieren. Gemeint ist damit z.B. Sound, ggf. USB, usw.

Installation

Nachdem der Loader gestartet ist und man einen Moment gewartet hat kann z.B. über die DHCP-Vergabeliste des Routers oder mittels des Synology Assistenten die IP-Adresse des virtuellen NAS ermittelt werden. Sobald man diese hat, geht die eigentliche Installation via Browser weiter.

Theoretisch kann man die aktuelle Version über den Assi aus dem Internet herunterladen und installieren lassen. In der Praxis geht das in Abhängigkeit der jeweiligen Version mitunter schief, siehe dazu den (über-)nächsten Abschnitt.

Die zu diesem Zeitpunkt (Stand: 13.12.2018) aktuelle DSM-Version 6.2.1 führt nach der Installation und dem automatischen Neustart zu einer Kernel Panic (Absturz), Dritt-Anbieter Netzwerkkarten- und andere Treiber laufen nicht mehr. Das virtuelle NAS ist unbrauchbar.

Im Forum ist zwar nur die Rede von VMware, wie die Tests der vergangenen Tage zeigten, gilt das auch für VirtualBox. Inwieweit z.B. Proxmox VE betroffen ist, wurde nicht untersucht.

Mit Jun’s Loader v1.04b (DS918+) ist es zwar möglich Synology DSM 6.2.1 direkt zu installieren oder eine ältere Installation zu aktualisieren, allerdings ist diese Version schon wieder CPU-abhängig. Bei Ausprobieren klappte es auf einem aktuellerem Core i5 ohne Probleme, mit einem älteren starte der Loader den Kernel nicht (Black Screen).

Optional: Zugriff auf das virtuelle NAS mittels serieller Schnittstelle

Jenseits des Bootmenüs bekommt man in der direkter Ausgabe der virtuellen Maschine nichts mehr zu sehen. Ausführlicher und vor allem für’s Troubleshooting interessanter ist die Ausgabe an der seriellen Schnittstelle. Diese muss zuvor in der Konfiguration der virtuellen Maschine aktiviert sein:

Nach dem Start der virtuellen Maschine kann mittels PuTTY/KiTTY und Co. auf die Schnittstelle zugegriffen werden:
Das „Gesamtkunstwerk“ kann dann so aussehen:

Die Update-Falle

Wie bei der Installation schon angedeutet, ist beim Updaten Vorsicht geboten. Ändert, sich etwas grundlegendes, wie neulich der Kernel in Sachen PCIe, gibt es mit Treibern oder anderen Erweiterungen von Dritten Probleme:

XPEnology Community – Tutorial/Reference: 6.x Loaders and Platforms

XPEnology Community – DSM 6.2.1-23824 – WARNING

Am besten man schaut immer erstmal ins XPEnology-Forum unter

XPEnology Project  – DSM Updates Reporting

bevor man ein Update installieren möchte. Zudem ist es wärmstens zu empfehlen, die automatischen Updates zu deaktivieren. Eine Datensicherung vor jedem Update sollte selbstredend sein.

Zur vorigen Version zurückkehren

Klappt es nicht mit der aktuellen Version des DSM, so muss man ein Downgrade durchführen. Wohl dem, der vor dem Update eine Datensicherung der virtuellen Maschine angefertigt hat, denn so lässt sich einfacher und schneller auf den vorigen Zustand zurückkehren. Ist das nicht der Fall, muss man den Loader sozusagen auf Werkszustand bringen und die vorige Version des DSM installieren.

Über das Synology-Archiv kann man ältere Versionen herunterladen:

https://archive.synology.com/download/DSM/release/6.2/23739/

Damit man diese Installieren kann muss zunächst der Loader auf die vorige Version zurückgesetzt werden:

  • Wie unter Vorbereitungen beschrieben den Loader konvertieren und mit einer neuen UUID versehen.
  • Die bisherige „synoboot.vdi“ freigeben und entfernen.
  • Im Ordner der virtuellen Maschine die bisherige „synoboot.vdi“ ersetzen.
  • Die neue „synoboot.vdi“ der virtuellen Maschine zuweisen.
  • Ggf. die MAC-Adresse anpassen, z.B. beim Wechsel von v1.04b zu v1.03b.
  • Nach dem Boot und dem ersten Aufruf im Browser wird einem die Migration oder Wiederherstellung angeboten.

Zur nächsten Loader-Version wechseln

Der Wechsel des Loaders ist simple:

  • Wie unter Vorbereitungen beschrieben den Loader konvertieren und mit einer neuen UUID versehen.
  • Die bisherige „synoboot.vdi“ freigeben und entfernen.
  • Im Ordner der virtuellen Maschine die bisherige „synoboot.vdi“ ersetzen.
  • Die neue „synoboot.vdi“ der virtuellen Maschine zuweisen.
  • Ggf. die MAC-Adresse anpassen, z.B. beim Wechsel von v1.03b zu v1.04b.
  • Nach dem Boot und dem ersten Aufruf im Browser wird einem die Migration angeboten.

Abschlussbemerkung

Für Produktivumgebungen ist diese heransgehensweise, schon alleine wegen fehlendem Support und der Update-Problematik, natürlich nicht zu empfehlen. Bei so manchen Erweiterungen können keine Lizenzen eingetragen werden. Paradebeispiel ist die Surveillance Station, wenn zusätzliche Kamera-Lizenzen hinzugefügt werden sollen. Für Tests und mal zum Reinschnuppern ist’s auf jeden Fall eine feine Sache.

Quellen:

Noticias3D – Manual instalación Synology DiskStation Manager 6.2 (DSM) en Virtualbox

XPEnology Community – Kurzanleitung Installation DSM 6.0.2

XPEnology Community – Tutorial – Install DSM 6.2 on ESXi 6.7

XPEnology/JunLoader – Installing DSM 6.0 Bare Metal

TecAdmin.net – How to Change the UUID of Virtual Disk (.VDI)

kickinass.net – TerraMaster F2-220 NAS mit XPEnology 6.2

4 Kommentare

  • Hi, ich probiere das Ganze vergeblich mit Jun’s Loader v1.04b und VirtualBox 6.0.8 ganz genau wie beschrieben. Die virtuelle Maschine bootet mit GRUB und es kommt auch der nachfolgende Bildschirm „decompressing kernel“ usw… In der Pipe ist lediglich der GRUB zu sehen. Danach bleibt der Bildschirm schwarz, egal ob ich Baremetal oder die VM Variante wähle. Der Synology Assistant wird auch nicht fündig.
    Probiere ich das Ganze mit dem Loader v1.03b, so startet die VM wie in der Pipe zu sehen, bis sie zum Login-Punkt der Diskstation gelangt. Der Assistant erkennt die Diskstation, jedoch lässt sie sich nicht ansprechen, es folgt immer eine Fehlermeldung bei der Netzwerkeinstellung. Sie lässt sich auch nicht pingen.
    Bin langsam mit meinem Latein am Ende 🙁

  • Ich habe das Ganze am Freitag für einen Test mit Juns 1.04b, VirtualBox 6.0.8 und Synology DSM_DS918+_23739.pat durchgeführt, ohne Probleme und wie beschrieben.
    Man darf schlichtweg nicht das aktuelle DSM verwenden, denn dann kommt’s zum Crash.

  • Hm höchst seltsam. An einem anderen PC mit i3-4130 startet die Weboberfläche und lässt sich ganz normal einrichten.

  • Was durchaus sein kann, das es von der Host-CPU abhängt.

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