Notizen zum Wortmann Terra Miniserver G2 und G3

Beim Wortmann Terra Miniserver G2 und G3 handelt es sich um kleinen, kompakten Server für Unternehmen. Wir setzen den Miniserver bei einigen Kunden ein, anbei ein paar kurze Notizen dazu.

BMC oder IPMI melden Chassis Intrussion

Diese Meldung kommt dadurch zustande, das der Hersteller ab Werk den “CaseOpen”-Taster bzw. dessen Kabel nicht verbindet. Um das nachzuholen muss man das Mainboard ausbauen, um das Kabel aufstecken zu können, da es naturgemäß recht eng im Gehäuse zugeht. An welcher Stelle das Kabel angeschlossen werden muss findet man im Handbuch auf Seite 2-28.

Den Alarm wiederum kann man nur im BIOS unter “Event Logs – Erase Event Log – Yes, Next reset” zurücksetzen. Ein Reset im BMC oder anderweitig scheint nicht vorgesehen zu sein.

Update 14.09.2015: Ist CaseOpen bzw. ChassisIntrussion verbunden und läuft richtig, dann gibt es mit dem generischen IPMI-Sensor von Server-Eye keine Probleme. Speziell für Systeme von Wortmann gibt es den “Terra Server Status via IPMI”-Sensor, der die ggf. nicht verbundene bzw. konfigurierte ChassisIntrussion unter Angabe der Seriennummer beim Miniserver berücksichtigt.

RAID-Controller-Unterschiede – Nur bei Geräten mit entsprechendem Controller!

Während in der Vergangenheit ein Adaptec 6405 als RAID-Controller verbaut wurde, steckt mittlerweile ein 8405 drin. Dieser Unterschied muss beim Einsatz eines ZMM (f.k.a. BBU) beachtet werden, denn das AFM-600 passt nur für den 6405, beim neueren Controller wird das AFM-700 benötigt.

Daraus ergibt sich, das man vor dem Bestellen besser nochmal das aktuelle Datenblatt studiert. Uns ist es allerdings auch schon passiert, das wir seitens der Hotline eine veraltete Information bekommen haben und folglich was unpassendes geliefert wurde. Es scheint, als sei Wortmann-intern diese Änderung nicht überall bekannt.

Hardware überwachen

Um den Zustand der Hardware wie z.B. die Temperatur, Lüfter, Chassis Intrussion, Spannungen etc. überwachen zu können gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man im BMC Alarme konfigurieren bzw. die Alarmierung via E-Mail oder SNMP. Das System an sich unterstützt IPMI, so kann man mit entsprechenden Monitoring den aktuellen Status abfragen (z.B. mit Server-Eye und dem IPMI-Sensor). Zu guter letzt gibt es vom Mainboard-Hersteller ASUS noch die Lösung ASWM (ASUS System Web-based Management).

Update 14.07.2022

Die Miniserver G2 und G3 sind teilweise noch im Einsatz oder werden mittlerweile sogar neuen Verwendungszwecken zugeführt. Nachhaltigkeit und (IT-)Recycling spielen dabei eine Rolle, da grundsätzlich die Systeme ja laufen kann man das auch mit Einschränkungen tun. Anbei ein paar Erfahrungen und Anmerkungen, hauptsächlich vom G3:

Windows Server 2022

Das beim G3 verbaute ASUS P10S-I-Mainboard wird offiziell nur bis einschließlich Windows Server 2019 supported, bei einem aktuellen Test funktioniert es auch mit Windows Server 2022. Das soll nun aber nicht als Empfehlung und schon gar nicht als Freigabe verstanden werden! Nutzung auf eigenes Risiko.

Treiber- und Firmware-Download

Vor nicht allzu langer Zeit hat ASUS irgendwas an seiner Homepage verändert, daher ist es mitunter schwieriger an das letzte BIOS oder Treiber zu gelangen. Anbei zwei Links die für den Moment noch funktionieren:

ASUS – Support für P10S-I

ASUS – Support only for P10S-I

Alternativ kann man bei Wortmann über die Seriennummernsuche auf die dortige Treiberdatenbank zugreifen.

Server-Management mit ASMB8-iKVM

Das optionale ASMB8-Server-Management-Modul, das (imho) jeder Server haben sollte, kann einem schonmal Sorgen bereiten. Hier im Blog gibt es ein paar Beiträge dazu:

https://www.andysblog.de/?s=asmb8

Firmware in der richtigen Reihenfolge aktualisieren

Nach der Aktualisierung des BIOS startet ein Miniserver G2 mit installiertem Adaptec 8405 nicht evtl. mehr, es kommt zu einer Schleife bzw. einem Neustart jedes Mal, sobald das Controller-BIOS geladen wurde. Hat man einen solchen Fall, hilft nur den Controller auszubauen und in einem anderen (nicht Miniserver G2-)System zu aktualisieren. Anschließend kann man wieder zurück bauen und alles läuft wieder.

Daraus ergibt sich: Erst die Firmware des Controllers aktualisieren und erst dann das BIOS des Mainboards.

Prozessor-Wechsel mit Überraschung

Nach dem Tausch der CPU vom Original-verbauten Intel Xeon E3-1220v5 zu einem E3-1230v6 startet mitunter das installierte Betriebssystem nicht mehr. Es wird immer ein fehlender oder beschädigter Bootloader angemeckert. Warum auch immer setzte das System die Boot-Einstellungen (und nur Diese!) zurück. In der Werkseinstellung steht dies auf “Legacy”, wenn man allerdings “UEFI and Legacy” oder nur “UEFI” verwendet, kommt es zu besagtem Fehler.

M.2 NVMe SSD nachrüsten

Auf dem verbauten Mainboard ist ein M.2 Steckplatz, der unter anderem NVMe (PCIe) SSD kann, vorhanden. Allerdings ist dieser in der Ausführung für die maximale Länge von 2242 vorgesehen. In diesem Segment findet man allerdings heute kaum noch etwas, gebräuchlich ist 2280. Auf der Seite des Steckplatzes ist die Länge der M.2 SSD kein Problem, es hapert an der Befestigung. Irgendwelche Adapter gibt es wohl nicht. Verlängerungen von 2242 auf 2280 nutzen wenig, da man genau den umgekehrten Fall benötigt.

Ich bin an diesem Thema noch dran bzw. am Basteln und veröffentliche ein Update, sobald es praktikabel ist.

Gebrauchtmarkt und Ersatzteile

Neue Teile gibt es für dieses System nicht mehr und selbst wenn, dann nur als Restposten. Eine Ausnahme stellt das Gehäuse Chenbro SR30169 dar, dieses wird bei Wortmann in gebrandeter Variante und bei Thomas Krenn für deren Microserver nahezu in “Rohform” verwendet und es hat sich im Laufe der Zeit augenscheinlich kaum verändert.

Auf dem Gebrauchtmarkt finden sich neben kompletten Systemen einzelne Teile wie Mainboard, CPU, RAM, usw. Hier kann man durchaus günstig Komponenten für das Auf- und Umrüsten oder einer etwaigen Reparatur finden. Man sollte allerdings auf den Verkäufer bzw. Händler achten, vorzugsweise greift man dabei auf Gewerbetreibende zurück, damit es eine Gewährleistung und für das Finanzamt eine Rechnung gibt.

Drittwartung/Third-Party Maintenance (TPM)

Seitens des Herstellers bzw. Assemblierers gibt es keine Wartung bzw. Garantieverlängerung über die maximalen fünf Jahre hinaus. Die meisten kleinen bis mittleren Server-Betreiber legen sich kaum Ersatzteile oder gar ein vollständiges Ersatzsystem auf Lager. Über den regulären Gebrauchtmarkt im Desaster-Fall schnell etwas zu besorgen kann sich als schwierig erweisen, schon alleine die normalen Paketlaufzeiten der einschlägigen Dienste können zum Problem werden. Wenn man kein Risiko eingehen möchte, schließt man einen entsprechenden Vertrag mit einem entsprechenden Anbieter. Dazu evtl. ein andermal mehr.

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