Lenovo V510-15IKB bzw. Windows 10 bleibt hängen

Ein ärgerliches Problem beschäftigte einen Kunden und in Folge mich: Ein wenige Monate altes Lenovo V510-15IKB Notebook blieb immer wieder hängen. Als das Gerät das erste Mal in der Werkstatt war, trat dieses Verhalten allerdings nicht auf, selbst nach tagelangem Dauertest nicht. Da ein Hardwareproblem vermutet wurde, ging das Gerät an den Lenovo Service. Zwei Wochen später kam es zurück, außer das es auf Werkseinstellung zurückgesetzt wurde, war nichts weiter gemacht worden.

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ASUS ASMB7-iKVM: Kein Update auf 2.03 möglich

Es scheint, es sei kein Update der Firmware der ASUS ASMB7 auf die aktuelle Version 2.03, zumindest bei den P9D-I Mainboards (z.B. Wortmann Terra Miniserver G2), möglich. Ganz gleich von welcher ursprünglichen Version man versucht zu aktualisieren, kommt es zu einem Fehler bei der Validierung der neuen Firmware.

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HDD-Lüfter in SuperChassis 732D2-500B nachrüsten und diesen Steuern

Bei einem ca. drei Jahre altem B-t-O Server eines Kunden bestehend aus dem Supermicro SuperChassis 732D2-500B mit einem X10SLH-F Mainboard wurden uns die Festplatten etwas zu warm. Punktuell hatten wir zu Spitzenzeiten bis zu 62°C ermittelt. Das Ganze hängt natürlich von den verbauten Festplatten ab, in diesem Fall vier 15K SAS HDDs, die im Vergleich zu 7K2 HDDs durchaus 10-20°C mehr an (Ab)wärme erzeugen können („Erfahrungswert“, ermittelt an bzw. in diesem System).

Ungut ist, das bei diesem Gehäuse keine Lüftermontage für die HDDs vorgesehen ist und zu allem Überfluss bei den oberen zwei HDDs im Festplattenkäfig Frontseitig die Anschlussplatine für USB und Audio im Weg des Luftstroms sitzt. Eine Möglichkeit wäre nun diese Platine zu entfernen, dies würde zwar den Weg sozusagen frei machen, allerdings kommt dann nur bedingt mehr Frischluft an die HDDs ran.

Da ein paar Gewindebohrungen auf das Basisplatte frei waren, konnte mit ein wenig Lochband ein zusätzlicher 120mm Lüfter hinter dem Festplattenkäfig montiert werden. Dieser Lüfter wurde an den Anschluss „FANA“ angebunden, dieser Punkt wird später noch relevant. Der Festplattenkäfig bleibt um 90° schwenkbar, so das man nach wie vor bequem die Laufwerke erreichen und ggf. austauschen kann.

Damit mehr Durchzug realisiert wird wäre eine Option, alle Lüfter höher Drehen zu lassen. Am einfachsten geht das in dem man den „Fan Mode“ via IPMI bzw. im BMC ändert. Via Web-Interface des Management Moduls lautet der Weg:

  • Configuration – Fan Mode (Default: Optimal Speed)

Da allerdings der Rest des Systems mit um die 30°C in Sachen Temperatur entspannt war und ein unnötiger Verschleiss der Lüfter und die zusätzliche Geräuschentwicklung nicht nötig sind, sollte halbwegs gezielt nur der neue HDD-Lüfter schneller laufen. An dieser Stelle kommt der Lüfter-Anschluss ins Spiel, denn Supermicro unterteilt die FAN-Anschlüsse in zwei Zonen: CPU Zone (FAN1 bis FAN4) und Peripheral Zone (FANA).

Da der neue Lüfter an „FANA“ angeschlossen ist, kann man nun mittels IPMI gezielt für diese Zone eine höhere Drehzahl in Prozent konfigurieren. Dies geht mit ipmitool aus Linux heraus:

ipmitool raw 0x30 0x70 0x66 0x01 0x01 0x60

Der vorletzte Wert gibt die Zone an (0 = CPU Zone, 1 = Peripheral Zone).
Der letzte Wert gibt die Drehzahl in Prozent an.

Da der verbaute Lüfter laut Spezifikation maximal 1350 RPM „darf“, sollte dieser nicht auf 100% (0x64, entspricht 1400 RPM) laufen, daher wurde er auf 93,75% (0x60, laut Anzeige 1300 RPM) konfiguriert.

Hat man kein Linux auf dem Server installiert, kann man z.B. aus einer VM heraus die Konfiguration remote über’s Netzwerk durchführen:

ipmitool -I lanplus -H <BMC-IP> -U ADMIN raw 0x30 0x70 0x66 0x01 0x01 0x60

Unter Windows hatte ich leider mit Tools wie ipmicfg (von Supermicro) und ipmiutil keinen Erfolg die Einstellung zu ändern, daher blieb nur die Linux-Lösung.

Die Festplatten bleiben nun im Bereich von 43 – 47°C je nach Last und Einbauposition. In der Regel ist die unterste HDD am kühlsten und die Oberste am wärmsten.

Der Server-Hersteller/-Erbauer meinte auf Nachfrage zu dem Temperaturthema lediglich, das er die Server nach Spezifikation der Hersteller bauen würde und folglich nur die entsprechend freigegebenen Komponenten nehmen würde. In wie weit das zutrifft wurde nicht weiter hinterfragt. Faktisch war es allerdings so, das die Festplatten über ihren maximalen Temperaturbereich hinaus (max. 55°C laut Datenblatt) betrieben wurden. Kommt dann noch etwas Verschmutzung bei den An-/Absaugöffnungen hinzu, könnte es schnell noch schlechter werden. Leider fand sich keine Option, die Festplatten-Temperatur zu überwachen. Man könnte sich allerdings auf Basis der Ausgabe des Avago(LSI)-Kommandozeilen-Tools etwas „basteln“:

C:\Program Files (x86)\MegaRAID Storage Manager>echo. & echo %time% & echo. & st
orcli -PDList -a0 | find /i "Drive Temperature"

14:56:06,44

Drive Temperature :43C (109.40 F)
Drive Temperature :41C (105.80 F)
Drive Temperature :45C (113.00 F)
Drive Temperature :47C (116.60 F)

Quellen:

Any Source – Lüftersteuerung für Supermicro IPMI

STH – Supermicro X9/X10/X11 Fan Speed Control

Thomas Krenn – Wiki – IPMI Konfiguration unter Linux mittels ipmitool

Thomas Krenn – Wiki – Ipmitool zur Remotesteuerung von Servern nutzen

Update 18.05.2018

Allem Anschein nach ist die Änderung mittels ipmi-Tool nicht von Dauer. Nachdem der Server transportbedingt stromlos war, befand sich die Einstellung wieder auf ihrem ursprünglichen Zustand.