Unterschiedliche Corona-Schutzmaßnahmen in offenen Geschäften und das Verhalten so mancher Kundschaft

Es ist schon interessant zu beobachten, wie unterschiedlich Supermärkte, Apotheken, Bäcker, usw. mit dem Schutz vor dem Corona-Virus umgehen.

Zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen in Bayern teilte ein ortsansssäsiger Supermarkt direkt noch vor dem Eingang mittels Absperrung die ein- und ausgehenden Kundenströme auf. Ein Sicherheitsdienst wiederum regelte zusätzlich die gleichzeitige Anzahl an Kunden im Geschäft. Darüber hinaus wurde der Spuckschutz an den Kassen, wenn auch nur provisorisch mit Folie, Holzlatten und Klebeband, aufgebaut und das Personal desinfizierte regelmässig die EC-Terminals. Darüber hinaus trägt das gesamte Personal Handschuhe und es gibt an den Kassen sowie der Fleisch-/Käse-/Fischtheken Abstandsmarkierungen. Soweit meiner Meinung nach gut gelöst.

Bei einem anderen Supermarkt wurde wiederum, außer beim Spuckschutz und der Abstandsmarkierung an den Kassen, überhaupt nichts weiter unternommen.

Die Tage waren wir zudem in der nächstgelegenden Stadt in einem vor kurzem neugebauten und eröffneten Supermarkt. Dort wiederum gab es zwar Personal das am Eingang einen Teil der Einkaufswägen desinfiziert, im Geschäfts selbst stehen zwar Schilder das man Abstand halten sollte und gelegentlich gibt es Durchsagen. Die Kundschaft allerdings stand sich in der Obst- und Gemüseabteilung, an den Frischetheken und den Kühlregalen allerdings auf den Füßen. Selbst wenn man Abstand halten wollte, war das nur schwer möglich, da einem ständig irgendjemand in die Quere kommt. An den Kassen wiederum Spuckschutz und Abstandsmarkierungen. Das Personal trägt allerdings keine Handschuhe.

Bei den Bäckern sieht es ähnlich durchwachsen aus, wobei ich in der Regel nur zwei verschiedene Aufsuche. Beim „Stamm-Bäcker“ wird direkt am Eingang der Kundenstrom durch Absperrung gesteuert und es gibt Abstandsmarkierungen. Das Personal trägt Handschuhe und es wird am Ausgang abkassiert. Für einen kleinen Laden gut gemacht.

In einer recht großen Filiale einer Bäckerei-Kette aus unserer Region wiederum überhaupt keine Maßnahmen, keine Abstandsmarkierung, keine Handschuhe, usw. Bedenklich.

Selbst Apotheken halten es unterschiedlich. So gibt es in einer Apotheke in Darmstadt wenigstens einen Spuckschutz an den Schaltern und Abstandsmarkierung, das Personal trägt Handschuhe und es darf nur eine begrenzte Anzahl an Kunden eintreten. Soweit, sogut.

In einer ortsansässigen Apotheke wurde wiederum richtig Aufwand betrieben. Abstandsmkarierungen, Kundenstromsteuerung mittels Absperrung und Pfeilmarkierungen, Desinfektionsmittel am Eingang. Schon bereits vor dem Eingang gibt es Abstandsmarkierungen. In der Apotheke hat man eine Schutzwand aus Holz und Plexiglas eingezogen, samt Klingeln bzw. Gegensprechanlage. Das Personal trägt Handschuhe, der Waren/Geld-Austausch erfolgt mittels Schiebefächer. Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Post-Filialen früher. Gut gemacht, wenn da nicht die Kundschaft wäre. So versuchte vor ein paar Tagen eine Kundin sich an mir vorbeizuschieben, ohne Abstand zu halten oder sich gar die Hände am Eingang zu desinfizieren.

Bei Drogeriemärkten sieht es gleichfalls unterschiedlich aus. Bei einer ortsansässigen Filiale einer Kette gibt es außer Handschuhe für’s Personal, dem Spuckschutz und den Abstandsmarkierungen an der Kasse, also quasi das Mindeste was man tun sollte, keine weiteren Maßnahmen.

In der nahegelegenden Stadt in der Filiale einer anderen Kette gibt es die „üblichen Maßnahmen“ + das am Eingang Security steht und so der Kunden-Zu-/Abfluss geregelt wird. Apropos diese Filiale: Per Zufall haben wir ein Gespräch zwischen einer Verkäuferin und einer Kundin mitbekommen, darin berichtete die Verkäuferin das ein paar Tage zuvor eine andere Kundin eine andere Verkäuferin als „Blöde F…e“ beschimpft hat, da diese nicht auf die Aufgrund der aktuellen Situation gesperrten Kunden-Toiletten gehen durfte.

Die Verärgerung ist nachvollziehbar, die Schutzmaßnahme allerdings auch. Müsste man doch nach jeder Nutzung die Toilette desinfizieren. Die Reaktion der Kundin kann gedrost als völlig überzogen betrachtet werden, schließlich kann das Personal nichts für die Entwicklung. Ganz im Gegenteil, dem Personal gebührt Respekt das sie in dieser Situation einen guten Job machen!

Die ergriffenen Maßnahmen und deren Wirkung stehen und fallen mit allen die sich daran halten bzw. nicht daran halten. Das sind jetzt nur kleine persönliche Erfahrungen. In den Medien konnte man weit unangenehmere Beispiele wie die sogenannten Corona-Parties, uneinsichtige Kundschaft die sich auf das Kassenband gesetzt hat (weil sie nicht mehr als eine Toilettenpapier-Packung kaufen durfte), usw.

Das sich nicht alle an das Kontaktverbot und weitere Maßnahmen halten können wir sehr gut an dem öffentlichem Fußweg der am Haus vorbeiführt beobachten. Unfreiwillig bekommt man das auch zu hören, wenn eine Gruppe aus Personen mehr oder weniger lautstark vorbei zieht und sich darüber amüsiert oder darüber aufregt, je nachdem, das man irgendwo des Platzes verwiesen oder auf die Verbote aufmerksam gemacht wurde.

Wenn man dann heute in den Nachrichten liest, das nur 41% der Deutschen die Krankheit für gefährlich halten, gibt einem das zusätzlich zu denken.

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