Anwender wollen Software lieber besitzen und nicht mieten

Wie man bei ZDnet bzw. Corel lesen kann wollen Anwender Software, also Programme und Anwendungen, lieber besitzen statt mieten. Ich bin geneigt da etwas trotzig ein „Echt?!“ von mir zu geben. Diese Haltung kommt meiner Meinung nach nicht nur aus der Verwirrung um das Buzzword „Cloud“, sondern mitunter auch aus dem Umstand, das auf die Dauer ein Abo schlicht teurer sein kann.

Ein Beispiel stellt dabei Office 365 dar. Zwar ist es eine feine Sache automatisch immer die neuste Version zu erhalten und man braucht sich im nichts kümmern (Updaten kostet schließlich in Form von Zeit auch Geld), allerdings rechnet man das auf fünf Jahre, ist es teurer als einmal gekauft und installiert. Sicherheitsupdates die mehr oder weniger automatisch per Microsoft Update oder einen WSUS eingespielt werden mal außen vor gelassen.

Aber das ist nur ein Beispiel. Ich denke für viele kommt auch der Punkt zum tragen, das man über die Nutzungsdauer seiner Software keine Kontrolle mehr hat. Soll heißen: Eine Anwendung in Form einer Box oder eines Downloads gekauft, damit mehr oder weniger physisch in eigenem Besitz und kann jederzeit und „überall“ installiert werden, sofern einem keine Online-Aktivierung in die Quere kommt.

Beim Abo erstmal Abo abschließen, ggf. eine längere Laufzeit in Kauf nehmen, unter Umständen weniger flexibel reagieren können bzw. was ist wenn es das Produkt oder den Anbieter so nicht mehr gibt, man aber alte Dateien nach wie vor Öffnen muss?

Alles nicht so einfach. Am Beispiel Windows XP kommt erschwerend hinzu, was man jenseits der „Supportzeit“ noch machen kann. Gemeint ist damit, wenn ein Anbieter einer Mietsoftware ein Betriebssystem nicht mehr unterstützt, man aber dieses nach wie vor verwendet, man das nächste Problem bekommt.

Das trifft nun freilich den Privatanwender wahrscheinlich eher weniger, aber im Geschäftskundenbereich kann das durchaus sein. Ich kenne selbst heute noch Umgebungen, in den DOS, Windows 9x, NT und 2000 laufen müssen. Dabei handelt es sich um spezielle Maschinen (z.B. CNC) oder Prüfstände als auch Service-Plätze für ältere Produkte. Wenn solche Systeme aufgrund von Abo-Geschichten Internet-Zugang benötigten oder eben die Software aufgrund des nicht mehr unterstützen Systems „ausläuft“ dann gäbe das durchaus Ärger. Das sind natürlich Spezialfälle. Bedenkt man das Abo-/Cloud-/Internet-der-Dinge-Thema flächendeckend, dann ist so ein Szenario durchaus vorstellbar.

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