Tine 2.0: Installation auf Fedora

Von Tine 2.0 stehen neben der Installation über die Paketquellen für Debian-basierte Linux-Distributionen und der Installation via Archiv ebenfalls RPM-Pakete für Fedora zur Verfügung. Diese werden von Dominic Hopf gepflegt und sollen ähnlich wie bei den Debian-Derivaten eine einfache Installation einer Tine 2.0-Umgebung auf dem Red Hat Linux-basierten Fedora ermöglichen.

Update 02.08.2012

Vielen Dank an Dominic für die neuen Pakete und die Infos (siehe Kommentare). Eine Installation von Tine 2.0 unter Fedora ist nun erfolgreich möglich. Der Artikel wurde dahingehend aktualisiert.

Persönliche Bemerkung: Vorweg muss ich leider schreiben, das mir eine vollständige Installation nicht geglückt ist. Leider bleibe ich bei den Setup Checks hängen. Es gibt ein Problem mit dem Zend-Framework (siehe folgenden Screenshot). Leider bin ich an dieser Stelle nicht mehr weiter gekommen. Falls jemand eine Lösung hat, bitte melden.

Umgebung

Für diesen Artikel wurde das zu diesem Zeitpunkt aktuelle Fedora 17 verwendet.

MySQL-Server installieren und konfigurieren

Bevor es an die eigentliche Installation geht, muss ein MySQL-Datenbankserver samt Benutzer und Datenbank vorbereitet werden.

Der Einfachheit halber werden folgende Schritte in einem Terminal mit dem Benutzer root ausgeführt:

yum install -y mysql mysql-server
systemctl enable mysqld.service
systemctl start mysqld.service

Der erste Befehl installiert den MySQL-Server, der zweite Befehl aktiviert den Autostart und der dritte Befehl startet den MySQL-Server.

Mit dem nachfolgenden Befehl wird das root-Passwort für den MySQL-Server festgelegt und weitere, sicherheitsrelevante Fragen gestellt:

mysql_secure_installation

Nun muss eine Datenbank mit dazugehörigem Benutzer angelegt werden. Dazu folgende Befehle eingeben:

mysql -u root -p
create database tine20 character set utf8;
grant all on tine20.* to tine20@localhost identified by "KENNWORT";
\q

Es wird eine Datenbank und ein Benutzer mit dem Namen „tine20“ angelegt.

Tine 2.0 installieren und konfigurieren

Zunächst muss mindestens folgendes RPM-Paket heruntergeladen werden:

tine20-base…rpm

Der Name des Pakets variiert je nach Tine 2.0-Version. Der Link verweist auf den Webspace, wo die Pakete liegen.

Mit dem Basis-Paket wird lediglich die Grundlage für Tine 2.0, der administrative Teil, ActiveSync, das Adressbuch und Projekte installiert. Alle anderen Anwendungen werden als zusätzliche Pakete zum Download angeboten.

Mit dem Befehl

yum install -y tine20-base...rpm

wird Tine 2.0, der Apache Webserver und PHP installiert.

Mit den folgenden zwei Befehlen wird der Apache Webserver für das automatische Starten beim Booten des Betriebssystems eingerichtet und anschließend gestartet:

systemctl enable httpd.service
systemctl start httpd.service

Mit nano, vi oder ähnlichen Editoren folgende Datei editieren und die Datenbank-Daten (Server, Benutzer, Kennwort, Datenbankname) als auch den Setup-Benutzer eintragen:

\etc\tine20\config.inc.php

Nun einen Browser öffnen und die Tine 2.0-Installation mit der URL

http://COMPUTERNAME/tine20/setup.php

starten und fortführen.

Firewall

Die Ports 80 (http) und/oder 443 (https) müssen in der Firewall freigeschaltet sein, damit Tine 2.0 bzw. der Webserver jenseits von localhost erreichbar sind.

SELinux

Wie Dominic im Kommentar bemerkt hat, blockiert SELinux den schreibenden Zugriff auf „/var/log/tine20/tine20.log“. Um diesen Zugrff zu erlauben, wie folgt vorgehen:

grep httpd /var/log/audit/audit.log |  audit2allow -M tine20.pp
semodule -i tine20.pp

2 Kommentare

  • Das Problem mit dem PHP ZendFramework lässt sich darauf zurück führen, dass ich versucht habe, das von Tine 2.0 mitgelieferte ZendFramework abzuschalten und stattdessen das von Fedora zu benutzen (die Fedora Packaging Guidelines lassen keine Bundled Libraries zu, bzw. nur in Ausnahmefällen).

    Leider ist dieser Versuch offensichtlich mißglückt und ich habe die Packages aber mit diesem Zustand rum liegen lassen. 🙂

    Ich hab die Pakete heut morgen neu gebaut und dafür gesorgt, dass wieder das von Tine 2.0 mitgelieferte ZendFramework genutzt wird, damit sollte es das Problem nicht mehr geben.

    Bis ich die Pakete offiziell in Fedora hab, wird eh noch ein bisschen Zeit vergehen, ich werd mal schauen dass Tine 2.0 oder sogar Webbasierte Anwendungen im allgemeinen von dieser Guideline mit den Bundled Libraries ausgenommen werden. 🙂

    Vereinzelt wird es evtl. noch kleine Stolpersteine geben, mir ist eben beispielsweise aufgefallen, dass SELinux dem httpd standardmäßig verbietet, nach /var/log/tine20/tine20.l0og zu schreiben, dafür muss eine extra Policy generiert werden (setroubleshoot verrät wie).

    Wenn da noch andere Probleme auffallen freue ich mich auch über E-Mail. 🙂

  • Danke für das Kommentar, die Infos und vor allem die frischen Pakete. Habe es gerade getestet und den Artikel aktualisiert.

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