Vor nicht all zu langer Zeit gab es einen eher unerfreulichen Support-Fall bei einem Kunden, denn dort streikte überraschend ein PC. Dieser lief zwar noch irgendwie, allerdings konnte sich der Mitarbeiter schon nicht mehr anmelden. Da ich einige hundert Kilometer von dem betroffenen System zu diesem Zeitpunkt entfernt war wurde die Sache unfreiwillig kompliziert, wobei das alleine nicht alles war.

Via Fernwartung wurde auf das System zugriffen, aber ein Blick in die Ereignisprotokolle war schon nicht möglich, da der zugehörige Dienst nicht mehr lief und auch nicht nachgestartet werden konnte. Gleiches galt für andere Dienste. Neustart half nichts. Also der Reihe nach die üblichen Verdächtigen abgeklopft. Da der PC bei uns die der Wartung und im Monitoring ist, war ich da noch guter Dinge, sprich CPU, RAM und S.M.A.R.T. der SSD sah alles gut aus.

Als eine der ersten guten Taten sollte das Dateisystem überprüft werden, dabei zeigte chkdsk schon ein merkwürdiges Verhalten, den die ETA, also die Zeit bis zum erwarteten Abschluss ging immer weiter in die Höhe. Da war dann der Verdacht naheliegend das es eben doch an der SSD liegen könnte.

Da es von dem betroffenen System keine Datensicherung gibt, erstmal Drive Snapshot angeworfen und ein Image auf dem Fileserver erstellt. Ab hier wird’s dann Böse:

...
19:21:14 4547 unreadable Sectors found! Please visit \\srv03\client-backup\Clients\HV05 (manuell)\BadSectors_C-HV05-08172026.txt
19:21:14 1 sectors need more than 1000ms to read
19:21:14 1 sectors need more than 200ms to read
19:21:14 4 sectors need more than 100ms to read
...

Über 4.500 fehlerhafte Stellen. Autsch! Ein Blick in die BadSectors-Datei offenbarte, das dies Dateien im Benutzerprofil und von Windows betrifft. Das erklärt einiges.

Aus diesem Image konnte wenigstens das Benutzerprofil auf einen anderen, derzeit unbesetzten PC migriert werden, d.h. der Mitarbeiter kann (Weiter-)Arbeiten. Was bis hier hin sich so einfach liest, hat mehrere Stunden in Anspruch genommen.

Als nächstes ging es um die Frage, ob man mit dem Image etwas anfangen könnte, daher wurde dieses testweise wiederhergestellt, dabei poppte sowas hier auf:

Der Hintergrund hierzu ist folgender: “Wir versehen jeden Block mit einer Checksumme und diese stimmt nicht. D.h. die Daten, die wir schreiben wollten, sind nicht auf der Platte gelandet. ” sagt der Support (Vielen Dank für diese Info und die Hilfe). Weiter hieß es:

“Wenn Sie keine Möglichkeit haben das Image neu zu erstellen, können Sie folgendes Kommando ausführen um ein neues Image zu erzeugen, in dem alle Blöcke mit korrekter Checksumme vorhanden sind.

snapshot –repair:Neuer_Image_Name.sna Defektes_Image.sna”

Soweit bin ich dann gar nicht mehr gegangen, denn nun wird es kurios: Im schlechtesten Fall bricht der Restore bei der obigen Meldung ab. Bevor ich die Antwort vom Support hatte versuchte ich mehrmals den Restore und beim x-ten Versuch klappte es. Also es kam die Meldung, dann hing es eine Weile aber lief dann weiter.

Ein chkdsk ausgeführt zeigte keine Fehler, aber das wiederhergestellte System zeigte die gleichen bekannten Macken. Das ist wenig überraschend, ist doch einiges futsch. Daher mal sfc und dism bemüht, aber diese starteten schon gar nicht. Weiter mit der Windows 11-ISO eine Reparaturinstallation versucht, aber diese läuft ebenfalls nicht durch.

Ein Blick in die setuperr.log zeigt da wenig erfreuliches. Zwei Punkte hatte ich schon versucht zu Fixen, aber das Setup bricht bis dato immer wieder ab. Scheint so, als ob man dieses Mal kein Glück hat und auf neuem Blech (der PC ist mehrere Jahre als und wird nun ausgetauscht) alles mit Ausnahme des Benutzerprofils neu machen darf.

Wieder was erlebt, wieder was gelernt. Mal sehen, falls ich lustig bin versuch ich den kaputten Restore doch noch weiter zu Flicken und werde berichten.


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