Microsoft prüft (mal wieder) Kunden

Dieser Tage kann man in den einschlägigen News lesen, das Microsoft mal wieder Kunden überprüft, dies war zuletzt bereits Ende 2014 dar.

Was einem bei solchen Prüfungen, abgesehen vom unangenehmen Ereignis an sich negativ auffällt sind solche Punkte wie

  • „Kunden“ die keinen Vertrag haben oder gar vorsätzlich nicht richtig lizenziert sind, trifft es schon gar nicht. zumindest nicht bei dieser Art von Prüfung.
  • Die weitläufige Aussage, das man ja keine Volumenlizenzverträge mit MS schließen müsste ist zwar durchaus zutreffend, aber nicht bei allen Szenarien möglich. So setzt Microsoft z.B. beim Einsatz von Terminalservern in Verbindung mit seiner Office Suite einen entsprechenden Volumenlizenzvertrag voraus.

Am meisten stößt mir persönlich dabei folgende Aussage eines Microsoft-Mitarbeiters auf, die auf einer Roadshow 2014 gemacht worden ist:

„Ich habe noch nie einen Kunden erlebt, bei dem alles richtig lizenziert war. Es mussten bislang immer Verträge erweitert werden.“

Sowas ist für zwei von drei Parteien bitter. In erster Linie für den Kunden, denn er hat den Ärger, Aufwand und zusätzliche Kosten. In zweiter Linie für den IT-Dienstleister, da dieser die Lizenzen i.d.R. verkauft hat und somit das Vertrauensverhältnis zwischen den Geschäftspartnern möglicherweise nachhaltig geschädigt ist oder gleich ganz beendet wird, was nachvollziehbar ist, denn der Kunde kommt sich schlecht beraten vor. Der Einzige der einen Gewinn aus dieser Situation zieht ist Microsoft.

Das Microsoft Lizenzwerk ist nicht einfach und der Redmonder Softwarehersteller blickt mitunter selbst nicht durch. Wenn das mal nicht gewollt ist, angesichts solcher Prüfungen und damit verbundener Mehreinnahmen, das ist allerdings rein spekulativ. Aus eigener Erfahrung nach dem Studium des Lizenzmanagements-Ratgebers (den es früher mal gegeben hat, keine Ahnung ob das heute noch der Fall ist) und anschließender Fragerunde mit der Geschäftskunden- bzw. Lizenzhotline von Microsoft kann ich das bestätigen. Wenn man von MS selbst gefragt wird woher man die eine oder andere Info hat und man sich selbst erstmal Rückversichern, Beraten usw. muss um Antworten zu können.

In der Praxis, sofern man keinen hauseigenen Lizenz-Spezialisten hat, wendet man sich mit dem entsprechenden Kundenprojekt an den Lizenzierungsfachmann beim Distributor seiner Wahl. Die etablierten Anbieter leisten sich i.d.R. eigene „MS Fachleute“ und man bekommt dann entsprechende Angebote. Wenn’s dann dennoch bei einer Prüfung nicht passt, kommt schnell die Frage auf, wieso das der Fall ist. Hat der Reseller bzw. Partner nicht richtig nachgefragt oder wurde man vom Distributor falsch beraten oder das Projekt schlicht nicht verstanden. Hat der Kunde nicht alles klar formuliert, gab es in der Zwischenzeit Änderungen oder, wie bereits erwähnt, blickt man angesichts der Verflechtungen von Lizenzen schlichtweg nicht durch.

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