Windows: POP3-zu-SMTP

Es gibt Situationen, manchmal auch im Firmenumfeld, in denen hat man keine andere Wahl hat, als auf POP3 zur E-Mail-Abholung zurückzugreifen. Betreibt man einen eigenen E-Mailserver, so muss in der Regel via SMTP die E-Mail zugestellt werden. Bietet der E-Mailserver von sich aus keine Möglichkeit, E-Mails mit POP3 abzuholen, so kann auf externe Tools zurückgegriffen werden.

Mit Ausnahme des Windows Small Business Servers, bietet Microsoft bzw. der Exchange Server keine Möglichkeit, über POP3 E-Mails zu erhalten. Anders sieht es beim hMailServer und dem MDaemon Messaging Server Pro aus. Bei beiden ist von Haus aus alles notwendige dabei und darüber hinaus gut integriert in einer Verwaltungsoberfläche.

Bei den nachstehend genannten Tools wird in der Regel auf den Exchange Server von Microsoft verwiesen. Da die E-Mail-Zustellung über SMTP verläuft, funktioniert die Zustellung auch für andere SMTP-kompatible E-Mailserver. Für diesen Artikel wurde ein hMailServer zum Testen verwendet.

Der bekannteste Vertreter der „POP3 Sauger“ dürfte wohl POPcon von Servolutions sein. Dieses Tool bietet neben POP3 auch die Möglichkeit über IMAP E-Mails abzuholen und über SMTP einem Mailserver zuzustellen. Je nach Edition ist sogar ein Virenscanner enthalten. Preislich fängt das Tool bei 79.00 € an, wird pro Server und ohne Benutzerlimitierung lizenziert.

Auf der Freewareseite stehen zum Beispiel das Kommandozeilentool PopRoute als auch Pop Collector und P2S zur Verfügung. Die beiden letztgenannten Verlangen zwar eine Registrierung, die Nutzung als solches ist für Privat und Gewerbe kostenfrei.

PopRoute

PopRoute leistet der Erfahrung nach meist gute Dienste, muss aber über eine Konfigurationsdatei eingerichtet werden und läuft von Haus aus nicht als Dienst. Ein Betrieb über die Aufgabenplanung ist möglich. Leider hängt von Zeit zu Zeit der E-Mail-Abruf, so dass das Tool über den Task-Manager beendet werden muss. Für solche Fälle lässt sich eine Skript-Lösung einsetzen, die den Vorgang automatisiert. Das Tool stammt zwar aus dem Jahr 1998 funktioniert aber bis heute. Allerdings zeigte sich bei einem aktuellen Test mit Pimero und Koma-Mail, das am Ende einer jeden Mail diverse „unnütze“ Zeichen angehängt werden. Ob das auch bei Outlook und Exchange zum tragen kommt, wurde nicht getestet.

Pop Collector

Der Pop Collector ist in der Freeware-Kategorie das aktuellste Tool. Ein Betrieb als Dienst ist möglich und die aktuellen Windows-Versionen werden unterstützt. Die Verwaltung erfolgt über eine grafische Oberfläche. Leider besteht noch ein Problem auf 64-bit Windows-Versionen. Die Lösung ist allerdings schnell und einfach durchzuführen.

Pop Collector

Klickt man nach dem Start des Tools auf „Tools“ kann man „Install as a service“ auswählen, um das Tool als Dienst zu registrieren. Allerdings benötigt man dafür die Tools „instsrv.exe“ und „srvany.exe“ aus dem Windows Server 2003 Ressource Kit.

Als „kleine“ Besonderheit sei erwähnt, das Pop Collector zum einen die Möglichkeit bietet, einen globalen SMTP-Server zu definieren, als auch für jedes einzelne POP3-Konto. Darüberhinaus kann für jedes POP3-Konto der Intervall des Abrufs konfiguriert werden. Wie bei PopRoute auch besteht die Möglichkeit, E-Mails zu archivieren (nicht zu verwechseln mit rechtssicherer E-Mailarchivierung!).

Die Eingangs erwähnte Registrierung ist lediglich für den Download notwendig.

P2S

Direkt bei der Installation wird P2S als Dienst eingerichtet. Im Gegensatz zum Pop Collector ist bei P2S eine kostenfreie Registrierung bzw. Lizenz für den Betrieb des Tools notwendig. Erst wenn die Lizenz per Mail empfangen, kopiert und in P2S eingefügt wurde, kann das Tool konfiguriert werden.

Auch bei P2S ist es wie bei PopCon möglich, nicht nur von POP3-, sondern auch von IMAP-Konten E-Mails abrufen und mittels SMTP zustellen zu lassen.

P2S

Interessant ist die Möglichkeit, externe Programme einbinden zu können. Auf diese Art lassen sich Viren- oder Spamfilter einbinden.

Leider ist die Homepage von P2S in Sachen Handhabung und Verlinkung etwas konfus. Die vielen „Hilfe“-Schaltflächen im Programm leiten einen aber an die richtige Stelle auf der Homepage.

Fazit

Kurzum jenseits des kommerzielle PopCon machen sowohl der Pop Collector als auch P2S eine gute Figur. Gerade P2S bietet die einfachere Installation, wenn gleich beide Programme ihren Dienst tun. Es kommt auf die weiteren Anforderungen jenseits des POP3-Abrufs drauf an, welches Tool letztlich besser geeignet ist.

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