DJ-Soundkarten – Ein kleiner Erfahrungsbericht

DJ-Soundkarten

Vor kurzem habe ich drei verschiedenen DJ-Soundkarten zum ausprobieren hier gehabt. Das Testfeld bestand aus der M-Audio Torq Conectiv, der American Audio Versaport und der Mixvibes U46MK2. Die jeweiligen Interfaces sind einzeln als auch im Paket mit verschiedenen DJ-Programmen zu bekommen.

In meinem Fall habe ich alle drei Soundkarten immer mit dem gleichen Programm (Mixxx) und dem gleichen Song getestet. Ich habe mich für Ercola vs. Heikki L. – Deep At Night im Adam K & Soha Remix entschieden, da ich finde, das der Titel ordentlich Druck macht und dennoch recht transparent rüberkommt. Wichtig war mir bei den Soundkarten, den Ausgangspegel und die Latenz feststellen zu können. Alle Soundkarten wurden nach einander an einen Pioneer DJM-500 Mixer angeschlossen. Anschließend wurden die Ausgangspegel in der jeweiligen Soundkarten-Software (nicht DJ-Software!) auf ein Maximum gestellt, sofern das nicht schon direkt nach dem Setup der Fall war. Es kamen die neuesten Treiber der jeweiligen Soundkarte zum Einsatz. Als Test-Computer wurde ein Acer Travelmate 5720 mit Microsoft Windows XP Professional verwenden.

Lange Rede, kurzes Ergebnis. Zu den Latenzen lässt sich sagen, das die American Audio Versaport mit 49 Samples sich am besten schlägt. Mit der Mixvibes U46MK2 kam ich auf 96 Samples und die M-Audio Torq Conectiv war das Schlusslicht mit 128 Samples. Der Ausgangspegel war bei der M-Audio Torq Conectiv am besten, danach folgte die Mixvibes U46MK2 und hier ist das Schlusslicht die American Audio Versaport. Natürlich kann man hier sowohl im DJ-Programm als auch am Mixer nachregeln.

Vom optischen Eindruck her, finde ich persönlich, macht die Mixvibes U46MK2 den besten Eindruck. Stabiles Metallgehäuse, saubere Verarbeitung, alle DJ-relevanten Anschlüsse auf der Rückseite, das hat schon was. Da können die M-Audio als auch American Audio Soundkarte mit den Kunststoffgehäusen nicht mithalten. Einen großen Vorteil, mal abgesehen von den Latenzen bietet die American Audio Versaport dann doch: Sie ist von der Bauform die kleinste im Test.

Für diejenigen, die neben Timecode-Vinyls auch noch klassische Vinyls verwenden sei erwähnt, das die American Audio Versaport nur einen Phono-Eingang bietet.

Preislich liegen diese drei Soundkarten im Bereich von 99 € bis 209 €.

Kleine Anmerkung zu den Latenzen: Jeder der jetzt meint, das es bei einer digitalen DJ-Lösung nur auf die Latenz ankommt, der irrt. Wenn man mit Timecode-Vinyls oder -CDs arbeitet, für den spielt die Auflösung des Timecodes und das Vinyl-Tracking ebenfalls eine Rolle. Das bedeutet, kurz gesagt, wie genau und wie gut kann das Timecode-Signal auf den Track umgelegt werden. So lässt sich festhalten, das für einen Scratch- bzw. Turntablism-Künstler die Latenz keinesfalls das einzige Entscheidungskriterium darstellt.

Anmerkung zur American Audio Versaport: Wie ich bereits hier schon mal geschrieben habe, gibt es diese Soundkarte von verschiedenen Anbietern. Wie ich auf der Musikmesse erfahren habe, werden unterschiedliche Treiber verwendet. Also kann man von einem Anbieter, sprich American Audio, nicht zwingend auf andere Anbieter (Mixvibes, Omnitronic, …) schließen.

Anmerkung zur Mixvibes U46MK2: Ursprünglich handelte es sich dabei um eine ESI Audio U46DJ. Vielerorts bekommt man zu hören oder lesen, das diejenigen, die mit den Mixvibes-Treibern Probleme habe, die Treiber von ESI verwenden sollen.

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