Bei der Arbeit mit PC Engine APU-Boards und dem vielen rumprobieren mit dem Debian-Installer und der Ausgabe auf der seriellen Schnittstelle stellte ich mir die Frage, ob man das nicht auch irgendwie anders testen könnte, statt ständig USB-Stick abziehen, Einstellungen ändern, wieder dran stecken, booten, etc. Kurzum: Ja, es geht.

Bei VirtualBox (und VMware soll’s auch können) kann man für die virtuellen Maschinen serielle Schnittstellen konfigurieren. Soweit nichts neues. Der Trick besteht darin, keine COM-Schnittstelle anzusprechen, sondern eine Pipe. Die wiederum kann von PuTTY oder KiTTY auf der Gegenseite verwendet werden.

Inspiriert durch die Anleitung bei Haiku ging es gleich ans Werk:

Haiku – Guides – Virtualizing Haiku – VirtualBox Serial Debugging on Windows

Eine neue virtuelle Maschine unter VirtualBox anlegen und wie folgt ändern:

  • Zu “Serielle Schnittstellen” wechseln.
  • Auf der Registerkarte “Port 1” den Haken setzen bei “Serielle Schnittstelle aktivieren”.
  • “Portmodus” auf “Host-Pipe” stellen.
  • Den Haken entfernen bei “Mit Pipe/Socket” verbinden.
  • Bei “Pfad/Adresse” z.B. “\\.\pipe\vboxserial” eingeben.

Sobal die virtuelle Maschine gestartet ist, steht die Pipe zur Verfügung.

  • Das Terminalprogramm (PuTTY, KiTTY,…) seiner Wahl starten.
  • Bei Connection type” auf “Serial” stellen.
  • Bei “Serial line” den gleichen Pfad eintragen wie bei VirtualBox.
  • Auf “Open” klicken.

Damit es auf der seriellen Schnittstelle etwas zu sehen gibt habe ich kurzerhand eine Debian-Installation gestartet und die Ausgabe umgeleitet:

  • Beim Bootemenü “H” für “Help” drücken oder mit den Pfeiltasten auswählen.
  •  “<F8> Special boot parameters for install system.” drücken.
  • Mindestens “console=ttyS0”, besser “vga=off console=ttyS0” eingeben und Enter drücken.

Tipp: Da der Installer und das Tastaturlayout noch auf Englisch steht, muss man bei einer deutschen Tastatur folgende Tasten drücken:

console´ttzS0
bzw.
vga´off console´ttzS0

Das vorläufige Ergebnis sieht dann z.B. so aus: