Windows: Nichtverbundenes (verwaistes) Netzlaufwerk entfernen

Manchmal begegnen einem nicht mehr verwendete bzw. nicht verbundene Netzlaufwerke, die sich nicht einfach trennen oder löschen lassen. So geschehen auf unserer POS-Kasse. Weder via Explorer noch „net use * /d“ liesen sich die Laufwerke sozusagen rausschmeissen, sie waren echt hartnäckig.

Ein Blick in die Registry half nichts, an den bekannten Stellen waren schlicht keine Einträge zu finden oder überhaupt vorhanden. Ein schneller Blick ins MCSEboard lieferte dann einen passenden Treffer:

Nichtverbundenes Netzlaufwerk entfernen

Der Beitrag #8 von „schnarchzapfen“ (Geschrieben 17. Juni 2008 – 11:57) führte auf die richtige Spur. Gemeint ist: Die Netzlaufwerke wurden vermutlich als Benutzer „System“ verbunden. Bevor nun allerdings ein Dienst, eine Aufgabe etc. erstellt wird, wurde kurzerhand via PsExec eine Eingabeaufforderung im System-Kontext geöffnet:

psexec \\localhost -s cmd

Hinweis: Der Befehl muss als Administrator bzw. in einer Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten ausgeführt werden.

Mittels „net use“ waren dann die „verwaisten“ Netzlaufwerke auch gleich aufgelistet und wiederrum mit „net use * /d“ sofort gelöscht.

Update 23.10.2018

Das leidige Thema begnete mir nun auf zwei Windows Server 2016. Auf Anhieb über den obigen genannten Weg lies sich das Netzlaufwerk erstmal nicht entfernen. Wie es aktuell scheint half folgenden Reihenfolge:

  • Das nichtverbundene/verwaiste Netzlaufwerk als den Benutzer im Explorer anklicken, mit dem es verbunden wurde (in diesem Fall war das der Administrator). Im Idealfall wird das Laufwerk verbunden.
  • Dann mittels „psexec \\localhost cmd“ eine Eingabeaufforderung öffnen.
  • Mit „net use <LW> /d“ das Netzlaufwerk entfernen.

Versuchte man vorher direkt mittels PsExec das Netzlaufwerk zu trennen, erhielt man nur die Meldung, das es nicht verbunden bzw. vorhandenen sei. Interessanterweise konnte ich weder im Systemkonto (zur Sicherheit überprüft), als Administrator noch in der Registry dieses „Phantom“-Netzlaufwerk finden.

Was evtl. als zusätzliches Problem hinzukommen kann sind möglicherweise hängen gebliebene psexec-Dienste (sofern PsExec zuvor schon zum Verbinden des Netzlaufwerks verwendet wurde). Dann hilft es den Dienst erst zu beenden, PsExec neu verbinden und wie oben beschrieben vorgehen.

8 Kommentare

  • Hi, Andy
    Weiß ja nicht, wie aktiv du deinen Blog hier betreibst. Weil ich mich aber einen ganzen Nachmittag mit einen „Nichtverbundenen Netzlaufwerk“ rumärgere, hoffe ich vlt. Hilfe von dir. Ich habe diesen cmd- Befehl genau so gemacht, wie du angegeben hast. Es kam dann die Meldung „Sie verfügen über folgende Remoteverbindung: A: \127.0.0.179Lh55A$
    Fortsetzen beendet die Verbindung J/N. Sowohl „Enter als auch Auch die amerik. Tastatur-Eingabe „Z“ führte aber zu eine Fehlermeldung. Erst als ich den Shell-Befehl erweiterte zu
    „net use * /d /Y“ kam die Meldung „Der Befehl wurde erfolgreich ausgeführt.“ Das „Phantasie Netzlaufwerk“ war verschwunden – leider nur bis zum nächsten Neustart.
    Angeklickt mit der re. Maustaste –> „Eigenschaften“ stelle ich fest, es handelt sich erstaunlicherweise um meine C:WINDOWS 7 SSD, die ich aktuell betreibe. Hatte da dieser Tage mal ein Macrium Reflect -Image zurück gespielt. In der Registry habe ich auch keine zielführenden Einträge gefunden. Ein anderer Tipp klang auch nicht schlecht: ComputerHKEY_LOCAL_MACHINESYSTEMMountedDevices –> alle “ \??Volumes“ löschen. Beide Maßnahmen brachten aber nur temporär das fiktive Netzlaufwerk zum Verschwinden. Hast du mir noch einen Tipp oder muss ich mit dem „Roten Kreuz“ leben 🙂

  • Wenn dieses Netzlaufwerk erst nach oder mit dem Restore durch Macrium aufgetaucht ist, würde ich eher im dortigen Forum mal nachfragen.
    So auf die Schnelle konnte ich dazu aber leider nichts finden, das muss natürlich nichts bedeuten.

    Denkbar wäre, das dieses Laufwerk nicht dauerhaft (persistent:yes) verbunden ist, sondern z.B. durch ein Skript oder eine Verknüpfung im Autostart-Ordner, via Gruppenrichtlinie, via Aufgabe oder andere Autostart-Möglichkeiten hergestellt wird. Ggf. mal per msconfig und/oder autoruns schauen, was da so hinterlegt ist.

    Parallel dazu entweder via Computerverwaltung oder „net share“ mal schauen, was sich hinter der Freigabe „\127.0.0.179Lh55A$“ für ein Ordner verbirgt und was da drin ist. So könnte man evtl. einen Rückschluss darauf ziehen, wozu dieses Netzlaufwerk verwendet wird/wurde.

  • Hi, Andy
    Ich konnte diesem vermaledeiten (fiktiven) Netzlaufwerk endlich den Garaus machen. Danke für deinen zielführenden Hinweis mal in der „Computerverwaltung“ nachzuschauen. Dort fand ich tatsächlich diesen ominösen Ordner. Der Programmpfad verwies auf das Anti-Ransom-Tool „Cybereason“. Ich vermute, dass durch das Zurückspielen eines MR-Images dieser Ordner ins neu
    aufgesetzte System hinüberwanderte. Ich deinstallierte „Cybereason“. Sowohl verschwand der Eintrag in der Computerverwaltung/Freigaben als auch endlich im Explorer. Ich danke dir und wünsche dir schöne Feiertage. 🙂

  • Ich hab auch zwei solcher Laufwerke, die allerdings an sich nicht „verwaist“ sind sondern, die ganz einfach im Explorer mit einem roten Kreuz angezeigt werden und wenn ich drauf gehe dann kann ich den gesamten Inhalt des Laufwerks mir anzeigen lassen.
    Wenn ich jetzt aber in der cmd net use eingebe dann stehen die Laufwerke als nicht verbunden darin und ich kann sie auch nicht entfernen.
    Wenn ich mir wie oben beschrieben mit „psexec \localhost -s cmd“ die Laufwerke anzeigen lasse, dann sind das genau die beiden Laufwerke, die Probleme machen und ich lösche die dann beide mit „net use * /d /Y“ und sie sind auch verschwunden und die roten Kreuze vor den beiden Laufwerken gehen weg und sie werden als verbunden im Explorer angezeigt.
    Soweit so gut, allerdings wenn ich den Rechner neustarte dann beginnt das ganze Spielchen von vorn.
    Ich hab schon zig Varianten probiert, die Registryeinträge durchgeschaut und rausgeschmissen, aber es funktioniert einfach nicht.

  • Spontan fällt mir dazu Autostart, Aufgaben oder sonstige automatisch beim Rechnerstart oder Benutzeranmeldung laufenden Dinge ein, die ggf. Netzlaufwerke verbinden.
    Manche Datensicherungsprogramme verbinden von sich aus Netzlaufwerke, sofern diese als Sicherungs-Ziel dienen.

  • Interessanterweise haben wir herausgefunden, dass die Ursache ein Dienst war, der kurz nach dem Start schaut ob die beiden Netzlaufwerke verbunden sind oder nicht und kurz nach dem Start hat Windows 7 die Netzlaufwerke nicht adhoc gemountet sodass er nochmal eine Verbindung quasi hergestellt hat.
    Nachdem wir nun einen verzögerten Start für den Dienst eingestellt haben, funktioniert es auch wieder problemlos.

    Besten Dank für die Hilfe!

  • Geil, danke vielmals…

  • Hallo Andy, genau gemacht wie beschrieben, hat alles Klasse geklappt, vielen Dank, vielleicht finde ich ja mal wieder was bei Dir, Grüßle aus Dresden

    PS: Wo ist Deine virtuelle Kaffeekasse ;))

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