#WirBleibenZuhause – Nr. 4: … oder auch nicht

Ok, der Titel ist jetzt doof zu lesen und kommt so besser rüber: „Wir bleiben zu Hause oder auch nicht“.

Da es ja „nur“ Ausgangsbeschränkungen sind und keine allgemeine Ausgangssperre darf man ja noch vor die Tür. Zur Arbeit, Einkaufen, Apotheke oder auch mal ein Spaziergang darf es unter Einhaltung der gegebennen Regeln sein. Das nehmen wir auch so an und macht ja zudem Sinn.

Der Tag fing soweit mit Frühstück holen an. Bei meinem Stamm-Bäcker habe ich im Laufe der Jahrzehnte schon so manche Warteschlange mitgemacht. In der Regel geht es schnell und alle verhalten sich anständig. Da gibt’s soweit nichts zu meckern. Doch heute war’s dann doch etwas anders. Anscheinend trauen sich jetzt wieder mehr Leute vor die Tür, denn Zahlenmässig waren mehr Kunden als die vergangenen zwei Wochen vor Ort. Allerdings hielten fast alle einen dermaßen großen Abstand (statt 1.5 – 2 m eher 2 – 4 m) ein, das sich der „Rückstau“ bis zur Straße und ein Stück lang über den Fussweg erstreckte. Am meisten aufgehalten haben zwei Smombies die statt darauf zu achten das sie in gebührenden Abstand aufschließen mit ihren Smartphones beschäftigt waren.

Auf dem Rückweg vom Bäcker ging’s noch schnell zum Supermarkt, ein wenig Aufschnitt und diverse Kleinigkeiten holen. Da auf dem Einkaufszettel unter anderem Klopapier stand schaute ich auch mal in das seit Wochen bis dato leere Regal und siehe da, es gab ein paar Packungen.

Ich muss zugeben, so doof bin ich mir noch nie dabei vorgekommen eine Packung Toilettenpapier zu kaufen. Nein, es wird nicht gehamstert, warum auch und ja, der reguläre Vorrat ging zu Ende und nein, ich habe niemanden bestochen, keine anderen Kunden niedergerungen oder ähnliches. Tumultartige Szenen gab es im Supermarkt ebenfalls nicht. Alles ganz brav und normal.

Zuhause konnte ich bzw. wir es dann nicht lassen ein kleines Blödsinnsvideo zu machen und via DeltaChat an die Family-Gruppe zu schicken. Hier mal ein Screenshot davon:

Über die Mittagszeit dann mal einen Spaziergang gemacht, dabei kamen wir an einem anderen ortsansässigen Supermarkt vorbei. Da meine Frau was wollte, sollte es kein kurzer Abstecher dorthin werden. An der Tür wurde man allerdings von der Security abgefangen, nur eine Person pro Haushalt und Einkaufswagenpflicht (zwecks Abstand). Ok, doof, so blieb ich dann draußen, wie offensichtlich ein Grossteil der anderen Männer auch.

Interessantes Detail: Die Griffe der Einkaufswägen werden desinfiziert, allerdings erst von der Security am Eingang. Wer sich vorher draußen auf dem Parkplatz einen Wagen geholt hat, naja, was soll man sagen? Pech vielleicht?!

Der Spaziergang führte weiter zum Friedhof, musste man doch mal nach dem Rechten sehen, Unkraut entfernen und ein neues Grablicht anzünden. Auf dem Rückweg kamen wir kurz mit einer älteren Dame ins Gespräch, die uns fragte, ob man denn wieder mit dem Auto fahren dürfte (kurz zuvor fuhr ein Musclecar vorbei, daher wohl die Aufmerksamtkeit), schließlich sei sie damals einer der ersten gewesen, sie fahre seit 50 Jahren Auto, wobei man im Moment und bei diesem schönen Wetter ja nicht fahren bräuchte, vor allem auch dann nicht, wenn man eh nur im Ort unterwegs sei, usw.

Innerhalb von gefühlt drei Minuten wussten wir so einiges. Da sie erzählte, das wohl vor kurzem ihr Mann gestorben sei, mit dem sie früher durch die Weltgeschichte geturnt ist, lässt sich vermuten, das allein schon das + die aktuelle Situation nicht leicht für Sie ist. Zugegeben, das beschäftigt mich jetzt immer noch.

Trotz oder gerade wegen der ganzen Einschränkungen spielen mehr Kinder auf den Straßen. Wir sind hier in einem ruhigen Wohngebiet, viele Sackgassen, also kein Problem. Ich hab’s ja schließlich auch überlebt 😉 In einer Nachbarstraße wurde sogar (wie jedes Jahr) der Pool in der Einfahrt aufgestellt, wie immer ein Riesenspass für die Kinder.

Man weiß sich zu helfen bzw. zu beschäftigen. Und Kinder finden eigentlich immer irgendwie irgendwo was zum Spielen. Hab‘ ich früher auch so gemacht und sei es „nur“ mit einem Stock durch den Wald.

Und noch was: Corona war mir deutlich sympathischer, als es dabei noch um’s gleichnamige Bier oder den entsprechenden Eurodance-Act („The Rhythm of the Night“, „Baby Baby“, „Try Me out“, …) ging. Hier mal zwei alte Schnappschüsse von 2008 und 2010:

Nein, ich bin kein Grufti, Emo oder sowas, es war Fastnacht. So, jetzt haben wir wieder gelacht.

Keep calm & carry on und vor allem bleibt gesund!

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