Drosselung des Internetanschlusses, Priorisierung der eigenen Dienste oder doch Online-Dienste wie in den 1990ern

Ach je, da regen sich gerade viele auf, das die Telekom zukünftig den Internet-Anschluss, ja, den vom Festnetz, ebenfalls ab einem gewissem Volumen drosseln möchte. Kabel Deutschland indes tut das schon, aber wohlgemerkt nur bei „zuviel“ Filesharing-Nutzung pro Tag.

Liest man sich das Ganze durch, das bei den Providern die eigenen Dienste von den Beschränkungen außen vor sind, so erinnert mich das irgendwie an die „wilden“ 1990er Jahre, als man noch primär Online-Dienste wie z.B. AOL und CompuServ nutzte und Internet nur ein Beiwerk war, das entweder gesondert zu bezahlen war, man eine extra Einwahl durchführen musste oder ähnliches. So einfach wie heute war es seinerzeit nicht.

Die Sache mit dem Internet-Zugang und den Beschränkungen durch die Anbieter ist indes keine einfache Sache. Da schreit so manch einer nach der Netzneutralität und ich bin geneigt zu sagen: Recht haben Sie!

Man erwartet ja irgendwie, das man für einen Anschluss bezahlt und man damit machen kann, was man möchte. Aber denkste! Die fetten Jahre sind wohl vorüber und man schränkt wieder mehr ein: Da das Volumen, dort die Dienste oder in welcher Priorität bestimmter Verkehr durchgeleitet wird oder auch nicht.

Wo führt das hin, fragt man sich. Anbieter die solche Maßnahmen nicht ergreifen, werden wohl mittelfristig Zulauf bekommen. Allerdings kann sich das durchaus noch eine Weile hinziehen, bedenkt man die durchschnittlichen zwei Jahre Vertragslaufzeit.

Ich orakele mal und meine, das es durchaus die nächsten drei Jahre interessant werden könnte. Oder doch back to the roots und wir sitzen wieder alle mit Provider-abhängiger Einwahlsoftware „gefangen“ in den jeweiligen Netzen äh Online-Diensten.

Wikipedia: CompuServ Information Manager (WinCIM)

Ein Kommentar

  • Was bin ich am vomieren!

    Ich habe ja noch die Hoffnung, dass die Politik eines Tages durch derartiges Handeln der Provider begreift wie wichtig eine gesetzlich verankerte Netzneutralität ist! Ich sehe schon die Zeiten kommen, wo der Traffic in die Telekom-Cloud nicht mit im Volumen inbegriffen ist, der zur Dropbox aber schon. Mit IPTV dürfte es ja bereits so aussehen.

    Dass die Telekom bei den Powerusern oben drauf packt, glaube ich kaum. Die DTAG ist Tier-1-Carrier. Die werden ihren Traffic für lau durchs Netz schicken können. Und selbst wenn pro Volumen gezahlt wird, ist momentan laut peeringdb die Traffic Ratio ausgeglichen. (Siehe: https://www.peeringdb.com/private/participant_view.php?id=196) Und sie wird es auch bleiben, da ja nicht nur die DTAG wächst, sondern alle anderen Netzteilnehmer ebenfalls.

    Im Endeffekt ist das aktuelle Vorgehen der Telekom eine glatte Preiserhöhung. Wenn es um Gerechtigkeit ginge, müssten die Preise für die „Standarduser“ sinken und die für die „Poweruser“ steigen.

    Tut mir leid, wenn ich mal wieder etwas in Rage bin … derzeit geht mein Puls immer nur wieder an die Decke, wenn ich sehe, wie das Internet zumindest in Deutschland komplett kaputt gemacht wird und die Politik stillschweigend und tatenlos sich das anschaut.

    Internetdritteweltland Deutschland.

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