Ein Blog zieht um – Ein Bericht

So, der Umzug ist rum. Naja, eigentlich schon seit Stunden, aber die DNS-Server und ihr Cache. Man macht das ja auch nicht alle Tage.

Also, mein Blog ist von 1&1 zu All-inkl umgezogen.

Warum der Wechsel?

Einen wirklich konkreten Grund gibt es nicht. Im Gegensatz zu allen Unkenrufen über 1&1 und PHP bzw. WordPress lief bei mir immer fast alles über Jahre hinweg stressfrei. Es gab keine Ausfälle oder zumindest keine die ich mitbekommen habe. Einzig das PHP-Limit habe ich angegratzt. Das war’s dann aber auch schon.

Warum All-inkl?

Es gibt eine Menge Anbieter da draussen. Von All-inkl habe ich bisher nur gutes gehört bzw. gelesen. Preis/Leistung scheinen zu stimmen. Ein paar Sachen habe ich da schon am Laufen, also warum nicht?!

Es ist kein direkten Umzug

Normalerweise würde ein Provider-Wechsel in etwa so aussehen:

  • Backup der MySQL-Datenbank und des FTP-Space
  • Übernahme der Domain durchführen
  • Restore der MySQL-Datenbank und des FTP-Space

Da aber in meinem WordPress ein paar Macken sind (Denglish, ich habe wohl irgendwann mal versehentlich von der DE-Edition auf die Original geupdatet oder sowas), entschloss ich mich, nur die Datenbank, die Plugins und das Upload-Verzeichnis zu übernehmen. Um Altlasten in der .htaccess-Datei von 1&1 loszuwerden, wurde Diese ebenfalls neu erstellt. Genauso die wp-config.php.

Vorbereitungen

Damit nicht alles an einem Tag auf einmal kommt und zum testen des Vorgangs, habe ich vor ein paar Tagen bereits ein paar Vorbereitungen und Tests durchgeführt.

Das war auch gut so, denn beim ersten Restore der Datenbank kam es zu einem Fehler. Dabei stellte ich fest, das von einem schon lange nicht mehr verwendeten Plugin ein Table german1 und nicht utf8 war. Da dieser Table nicht mehr gebraucht wurde, habe ich Diesen kurzerhand gelöscht. Und schon lief der Restore.

Bei All-inkl habe ich ein neues Verzeichnis für den Blog erstellt. Ferner wurde eine neue MySQL-Datenbank angelegt.

Anschliessend habe ich die aktuelle Version von WordPress DE-Edition und  MySQLDumper heruntergeladen und lokal entpackt.

Dann habe ich die .htaccess- und die wp-config.php-Datei vorbereitet und in das lokale WordPress-Verzeichnis kopiert.

Nun habe ich den Inhalt des lokalen Verzeichnisses zu All-inkl hochgeladen. Damit der eigentliche Umzug dann schneller von statten geht, habe ich die Verzeichnisse

mysqldumper/work/backup
wp-content/plugins
wp-content/content

bei 1&1 heruntergeladen und zu All-inkl hochgeladen. So braucht man am Tag X nur noch die MySQL-Datenbank und die geänderten bzw. neu hinzugekommenen Dateien umkopieren.

Hier hat das Plugin FireFTP für den Firefox-Browser mit seiner Sync-Funktion gute Dienste geleistet. Aber dazu komme ich gleich noch.

Der Tag X

Backup und Restore von 1&1 zu All-inkl

Da ich für die MySQL-Backups MySQLDumper verwende, habe ich zuerst eine Sicherung der Datenbank durchgeführt. Anschliessend habe ich via Fire-FTP im Firefox die Verzeichnisse „wp-content/plugins“, „wp-content/content“ und das Verzeichnis, in dem die MySQL-Sicherung liegt heruntergeladen bzw. synchronisiert und anschliessend zu All-inkl hochgeladen bzw. da auch synchronisiert. Das ging Aufgrund der Vorbereitung dann recht schnell.

Damit es mit den Berechtigungen keine Probleme gibt, habe ich im KAS von All-inkl unter „Tools – Besitzrechte“ für das Blog-Verzeichnis den Besitzer vom FTP- auf den PHP-User geändert. Dadurch gibt es dann keinen Stress mit Updates von WordPress oder Plugins.

Die Datenbank habe ich dann quasi zum Schluss (siehe weiter unten) wiederhergestellt.

Übernahme der Domain

Zuerst muss man die neue Domain im KAS von All-inkl unter Domain anlegen. Andernfalls geht’s nicht weiter.

Dann im Members-Bereich anmelden und unter Domainverwaltung – Neue Domain die bestehende Domain eintragen als auch den Haken bei KK/Providerwechsel setzen.

Jetzt im 1&1-Kundencenter anmelden, unter Domains die betreffende Domain auswählen und auf Info klicken.

Zuerst muss man die Domain freigeben und dann wieder auswählen und auf Info klicken. Nun wird der Auth-Code angezeigt. Diesen Code kopieren (oder aus der E-Mail die man gesendet bekommt, entnehmen) und bei All-inkl einfügen.

Sobald man auf Bestellen geklickt hat, läuft der KK an. D.h. bei der Denic werden die Änderungen eingetragen und auch die entsprechenden DNS-Einträge werden geändert. Letzteres kann bis zu 48 Stunden dauern, bis die ganze Welt das mitbekommt. In meinem Fall waren es in etwa drei Stunden, wobei noch nicht alle DNS-Server die Änderung erhalten haben. So sehe ich auf einem DNS-Server meines DSL-Providers noch die alte IP und auf einem Anderen schon die Neue.

Wie weit der KK ist, kann man in der Domainverwaltung sehen:

An dieser Stelle kann man sich vom Members-Bereich abmelden. In der Zwischenzeit habe ich im KAS von All-inkl meine E-Mail-Adressen wiederhergestellt bzw. neu eingerichtet. E-Mails musste ich nicht umziehen, da Diese sowieso auf meinem lokalen Mailserver liegen.

Datenbank-Restore bei All-inkl

Da die Dateien und Verzeichnisse schon vorliegen, musste nur noch die Datenbank wiederhergestellt werden. Ursprünglich und auch bei den Tests, wollte ich das mit MySQLDumper machen. Da aber die Domain noch nicht verfügbar war und ich auch keine Lust hatte, das z.B. über eine andere (Sub-)Domain zu machen, habe ich kurzerhand das letzte Backup über phpMyAdmin importiert.

Damit war der Blog prinzipiell wieder betriebsbereit. Bleibt nur das Warten auf DNS.

Nacharbeit

Trotz aller Vorbereitung ist mir etwas durch die Lappen gegangen. Bei einem Blick in die Mediathek zeigten sich nur Fehler. Ein Schreck. Die Ursache war ein Pfad unter Einstellungen – Mediathek – Uploads in folgendem Ordner speichern. Da stand noch irgendwas von 1&1 drin. Kann mich leider nicht mehr entsinnen, warum ich das damals dort eingetragen habe. Ich schätze das war Blind von einer Anleitung bei 1&1 übernommen, denn diese WordPress-Installation war meine Allererste.

Fazit

Auch wenn es kein direkten Umzug und damit etwas mehr Aufwand war, fand ich die Aktion vom Prinzip her einfach. Ferner habe ich nun wieder eine relativ saubere WordPress-Installation und auch sonst etwas Balast los.

Leider habe ich dennoch Denglish im System. Zumindest wenn man einen Artikel schreibt und einen Link einfügt steht da immer noch „Add link“ und nicht „Link hinzufügen“. Warum weiss ich im Moment auch nicht. Aber die Admin-Anmeldeseite ist jetzt wieder in deutsch und zeigt auch den „DE-Edition“-Schriftzug. Also ein Teilerfolg.

Der Flash-Uploader bringt nach wie vor HTTP Fehler. Mit diesem Problem bin ich zum Glück nicht alleine. Das dürfte sich vermutlich mit WordPress 3.3 erledigen. Soweit ich in der Beta gesehen habe, gibt es da keinen Flash-Uploader mehr.

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