Pioneer DDJ-RB – Mein neuer (gebrauchter) DJ-Controller

Angefixt durch die „Arbeit“ mit dem DJ-Tech CTRL sowie Rane Twelve keimte in mir der Wunsch auch beim DJ-Controller mehrere Hot Cues usw. zu haben. Bislang, wenn überhaupt, hatte ich mir mit einem Akai LPD8 beholfen.

Ablösen sollte der neue Controller das kleine Besteck (KAM Digi Mini) und das bisherige mittlere Besteck (Hercules DJ Console 4-mx). Zunächst intessierte mich ein gebrauchter Pioneer DDJ-SB. Für quasi das gleiche Geld gibt’s gebraucht allerdings auch den besser ausgestatteten Pioneer DDJ-RB.

Auf eBay Kleinanzeigen fanden sich dann gleich mehrere interessante Angebote, wobei der erste Verkäufer nicht antwortete, das zweite und zugleich günstigste Angebot mir nicht ganz Koscher erschien (Gerät angeblich erst acht Monate alt, keine Rechnungskopie zwecks Restgarantie und die Garantie sollte ohnehin nur drei Monate betragen haben?!) und beim drittgünstigsten Angebot der Verkäufer für ein Gerät mit einem Brandloch in einem der Pads (und wer weiß was da sonst noch dran ist) auch noch vergleichsweise viel Geld haben wollte, führte dann Treffer Nummero Vier zum Erfolg.

Für 140,00 € zzgl. Versand (6,50 €) griff ich dann dazu. Der Kontakt war supernett und das Paket war trotz Corona-Krise zwei Tage später quasi pünktlich zum Wochenende da. Danke an DHL dafür. Der Controller ist mit Ausnahme von etwas Staub in einem einwandfreiem Zustand. An dieser Stelle vielen Dank Tobias für den guten Deal!

Also gleich mal Zusammen mit meinem ältesten Neffen getestet und für gut befunden. Tags drauf das gute Stück mit Pinsel, Mikrofasertuch und Druckluft gereinigt und so sieht er nun wieder fast aus wie neu. Nachmittags dann ein paar Stunden im Garten damit Musik gemacht. Nice.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, alle genannten „früheren“ Controller erfüllen ihren jeweiligen Zweck. Je nach Anspruch oder Platzbedarf und mehr ist vieles machbar. Um einfach was dudeln zu lassen oder einfaches Mixing zu betreiben mit ein paar Spielerreien mehr hat’s immer gereicht.

Haptik und Handling

Da im großen Besteck unter anderem Pioneer CDJs zum Einsatz kommen gefällt die Haptik vom DDJ-RB umso mehr, ist das Feeling doch fast das Gleiche. Vorallem das die Play- und Cue-Buttons ziemlich ähnlich zu denen der CDJs sind ist sehr gut, denn dies hatte mich bei der 4-mx immer etwas gestört, vorallem immer dann, wenn man mit dem Cue so manche Spielerei macht. Was gegenüber der 4-mx ebenfalls imho besser ist sind der Track-Knob (gibt’s bei Hercules nicht, da gibt’s nur Tasten zum „Scrollen“) sowie die größeren Jogwheels. Fairerweise muss man dazu sagen, das zwischen den Geräten ein paar Jahre Unterschied liegen, ist doch die 4-mx deutlich älter.

Über die größe und Position der Pitchfader (zumindest beim linken Deck) lässt sich streiten, Auto-Sync ist ja nicht alles im DJ-Leben 😉 Ob’s nun gut oder schlecht ist, das der Kopfhöreranschluss einzig als 3.5 mm-Klinkenbuchse ausgeführt ist weiß ich nicht so recht, kann man alles adaptieren. Die Position an der Vorderseite finde ich persönlich (ebenso wie beim Mixars Cut MKII) bedenklich, ist das doch immer ein Kandidat zum dran hängen bleiben und abreißen. Da hilft ein 90°-Adapter, verbaut man den Controller in einem Case wird das zusätzlich „spannend“.

Apropos Case: Im Gegensatz zum Kam Digi Mini und der Hercules DJ-Console 4-mx gibt’s ab Werk beim Pioneer DDJ-RB keine Tasche (Bag) o.ä. Für den Transport(schutz) finden sich gleich mehrere Lösungen. Am einfachsten und günstigsten in Form einer DJ Controller Bag, beispielsweise vom Music Store:

MUSIC STORE DJ Controller Bag Small (DDJ-SB2/3/RB/400)(NI-S2MK3) – 19,95 €

Bei eBay Kleinanzeigen habe ich diese Tasche für 10,00 € (neu) zzgl. Versand (5,00 €) gefunden und gleich gekauft. Danke an Peter dafür.

Wenn’s robuster und professioneller sein soll, dann bieten sich entsprechende Transport-Cases an. Die gibt’s in unterschiedlichen Preisklassen und Ausstattungsvarianten. Interessant finde ich die bei denen auch gleich eine Stellfläche für’s Notebook dabei ist wie z.B.

Elevator DDJ-SB/RB/400 Case – 89,00 € (nicht immer lieferbar)

bax music – Odyssey FRGSPIDDJRB Flightcase m. Plateau f. Pioneer DDJ-RB – 139,00 €

recordcase – Zomo P-DDJ-RB Plus NSE – Flightcase Pioneer DDJ-RB – 199,00 €

Oder man baut sich selbst was, wie ich es blödsinn halber mal für die 4-mx getan habe:

DIY DJ-„Notebook“

Software

Ich selbst bin seit Jahren VirtualDJ-Anwender und da lief der Pioneer DDJ-RB auf Anhieb. Evtl. belege ich die eine oder andere Taste noch anders, mal sehen. Wer gar keine DJ-Software hat kann auf Pioneer’s rekordbox zurückgreifen, auf der Geräte-Rückseite befindet sich ein Freischaltcode. Alternativ kann Serato DJ Light benutzt werden. Für beide muss man sich Registrieren, hab‘ ich bislang nicht gemacht bzw. getestet. Für die open source DJ-Software Mixxx gibt es zumindest ein Community-Mapping.

Zum Thema Software sei noch erwähnt, das man die Firmware auf den aktuellen Stand (1.03) bringen sollte um Fehler zu beseitigen. Als hauptberuflicher ITler bin ich das gewohnt, erstmal Updates einzuspielen bevor es weiter geht.

Dies und das

Vom KAM und der 4-mx war ich gewohnt, das es eine Scratch- oder Vinyl-Taste gibt, die fehlt beim Pioneer. „Abhilfe“ schaffte das Aktivieren der Vinyl-Mode in VirtualDJ, der ist bei mir dauerhaft aktiv, ist aber alles Gemacks- und Anwendungssache.

Fazit

Bis jetzt guter Kauf, ich bin zufrieden bis hin zu begeistert. Für Anfänger bieten sich gebrauchte Geräte in gutem Zustand in dieser Preisklasse ebenfalls an, spart man gegenüber einem neuen Gerät einiges an Geld.

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