auna Bazzter im Kurztest

Auf meiner nicht enden wollender Suche nach einem mobilen Lautsprecher mit niedriger Latenz am Line-Eingang stieß ich vor einer Weile auf auna, einem Direktvertriebler von verschiedenen Audio-Produkten aus Berlin.

Nach dem Durchforsten der Homepage blieben zunächst zwei interesssante Produkte übrig:

Bazzter Party-Audiosystem 2 x 50W RMS Akku BT USB MP3 AUX UKW LED Mikrofon

Moving 2100 PA-Anlage 2×10″ Woofer 100/300W UHF-Mikro USB SD BT AUX mobil

Die Erstere ist etwas kompakter, die Zweitere ist schon wuchtig, wobei kompakt hier relativ ist.

Auf meine Anfrage Anfang März 2020 speziell zum Thema Latenz und ggf. einer Teststellung ging man im ersten Anlauf nur auf die nicht mögliche Teststellung ein. Dafür wurde darauf aufmerksam gemacht das man die Produkte kaufen und bis zu 60 Tage lang zurückgeben kann. Auf meine Nachfrage nach der Latenz konnte man keine Angaben machen.

Die Boxen sind etwas mehr als einfache Bluetooth-Lautsprecher. Es sind wohl eher kleine Musiker-Anlagen für einfache Gigs, mit Mikrofon-Anbindung, ggf. Effekten und mehr. Vor über einer Woche habe ich dann den Bazzter bestellt. Wegen Corona usw. dauerte die Lieferung etwas länger als üblich. Und da ist sie nun, die bislang größte Box ihrer Art:

Schon ein Brocken. Im Lieferumfang ist ein Mikrofon, das Ladekabel, eine Wurfantenne sowie eine Kurzanleitung enthalten. Gut gefallen tut das es zwei Griffe gibt, somit lässt sich die Box gut tragen. Für durch die Gegend ziehen und dabei Musik hören ist sie allerdings zu groß sowie zu schwer, da hilft nur ein Bollerwagen. Ebenfalls positiv ist das es einen richtigen Ein-/Ausschalter und das es sowohl einen AUX IN (3.5 mm Klinkenbuchse auf der Oberseite) als auch einen LINE IN (Cinch-Buchsen auf der Rückseite) gibt.

Bedenklich ist der Aufbau an der Front der Lautsprecher, dort sitzen die LEDs für’s Partylicht, wer weiß wie lange das hält bei ggf. häufigen Transport.

Der Klang

Klanglich weiß ich nicht so recht, schätzungsweise fehlt es an Mitten. Man ist ja durchaus kompromissbereits, je nach Musik passt der eine oder andere EQ besser und die Quelle spielt ebenfalls eine Rolle. Mitunter kann es sogar Nett sein den Super-Bass zu aktivieren, wobei dann beispielsweise bei der Kombi aus der EQ-Einstellung „Rock“ und Techno dann die Box das Scheppern anfängt. Ok, das ist ein Extrembeispiel, aber mal ehrlich, wer wechselt z.B. im Laufe des Abends öfters mal die EQ-Einstellungen?! Im Schnitt hat mir die EQ-Einstellung Rock (mal mit, mal ohne Super-Bass) am besten gefallen, probegehört wurden dabei verschiedene Genre.

In Sachen Lautstärke und Druck kann man sagen, das die Dockin D Fine+ mehr bietet (subjektiver Eindruck), wobei die auna Bazzter auf jeden Fall recht ordentlich Krawall macht.

Echt schlecht ist ein relativ lautes permanentes Rauschen sowie zusätzliches ein pulsierendes Geräusch das ab Lautstärke Stufe Eins zu hören ist und das obwohl nichts angeschlossen oder via Bluetooth gekoppelt ist. Dieses wird auch in Kommentaren z.B. bei Amazon erwähnt. Es ist deutlich wahrnehmbar beim Wechsel zwischen zwei Musiktiteln oder auch bei leisen Passagen. Es wird sogar noch schlimmer, wenn ein (ausgeschaltetes!) Mikrofon angeschlossen ist.

Apropos Akku: Die Aufladung dauert laut Handbuch sieben Stunden, halten soll er denn zwei Stunden und man soll das Ladekabel abziehen, wenn der Akku voll ist um ein Überladen zu vermeiden. Das klingt nach keiner allzuguten Akkulade-Technik. Der Betrieb mit einer externen Gleichstromquelle (weiterer Akku, Auto-Batterie, Powerbank, etc.) ist nicht vorgesehen. Bei der Moving 2100 gibt’s das allerdings.

Die Beleuchtung

Die Party-Beleuchtung kann man nutzen, muss man aber nicht, sie ist abschaltbar. Negativ ist, das man den Farbwechsel hört (Knacken), ist die Musik lauter, fällt das nicht unbedingt auf.

Die Latenz

Nun zu meinem Hauptanliegen, der Latenz am LINE IN und der ewig währenden Frage ob so eine Box für’s DJing und anderen Echtzeitanwendungen geeignet ist.

Die Verzögerungszeit liegt bei ca. 62 ms. Da hat man schon besseres wie auch schlechteres gehabt wie man hier nachlesen kann:

Audacity: Latenz von Lautsprecher messen

Update 12.05.2020: Leider sind mir beim Testen Fehler unterlaufen. Im zuvor verlinkten Beitrag ist dazu alles aufgeführt. Vmtl. liegt die Latenz beim auna Bazzter bei ca. 24 ms.

Fazit

Klanglich hat mich der auna Bazzter nicht überzeugt, hinzu kommt das Rauschen und Pulsieren bzw. Knacken. Die Latenz ist auch nicht gerade der Hit, also geht die Box zurück und die Suche geht weiter.

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.