Windows: Recovery in kleinere Partition

Manchmal kommt es vor, das man von einer grösseren Partition bzw. Festplatte auf eine Kleinere umzieht. Bei vielen Image-Programmen besteht die Möglichkeit, auf kleinere Partitionen wiederherzustellen, aber das hat seine Grenzen. Anbei eine Möglichkeit mit Drive Snapshot und Robocopy.

Ausgangssituation

Ein Heimserver auf Basis von Windows XP Professional mit einer 300 GB Festplatte soll auf neue Hardware umziehen. Dabei soll das System von den Daten getrennt werden. Die neue Festplatte für das Betriebssystem ist 160 GB groß. Die neue Festplatte für die Daten ist 500 GB groß. Die Daten liegen auf dem alten Heimserver unter „C:\Daten“.

Die eigentlichen Daten um zu ziehen stellt kein Problem dar. Bei dem Betriebssystem sieht die Sache allerdings ein wenig anders aus.

Vorgehen

Zunächst wird mit Drive Snapshot ein Image erstellt, dabei werden die Daten nicht mitgesichert. Der Befehl dazu sieht wie folgt aus:

snapshot.exe C: E:\Backup\SystemOnly.sna  -O -R -G -L307200 --exclude:\Daten

Laufwerk „E:\“ ist dabei eine externe USB-Festplatte.

Der neue Heimserver wird mittels meiner Drive Snapshot Rescue-CD gebootet. Alternativ kann man auch eine WAIK-CD oder den Windows 7 Systemreparaturdatenträger verwenden.

Da die alte Partition viel zu groß war, als die neue Festplatte und Drive Snapshot nicht auf die neue Größe verkleinern kann, muss an dieser Stelle eine neue Partition angelegt werden.

Prinzipiell kann Drive Snapshot schon auf kleineren Partitionen wiederherstellen. Allerdings ist in diesem Fall der Unterschied zwischen alter und neuer Partitionsgröße viel zu groß.

Um die neue Partition an zu legen folgende Befehle in einer Eingabeaufforderung eingeben:

ACHTUNG: Die Zielfestplatte wird dabei gelöscht!

diskpart
select disk 0
clean
create partition primary
select partition 1
active
assign letter=c
format fs=ntfs label=System quick
exit

Es fehlt noch der Master Boot Record (MBR). Da es sich in diesem Fall um Windows XP handelt, wird der MBR mit Hilfe des folgenden Befehls erstellt:

bootsect /nt52 c: /force /mbr

Das Gegenstück für Windows Vista/7 sieht wie folgt aus:

bootsect /nt60 c: /force /mbr

Anmerkung: Mit Windows Vista/7 habe ich dieses Vorgehen (noch) nicht getestet!

Anschließend mountet man das Image als Laufwerk „Z:\„:

  • Drive Snapshot starten.
  • Auf „View contents of saved Disk Image“ klicken.
  • Bei „Drive“ „Z:“ auswählen.
  • Bei „Image File“ die Image-Datei auswählen.
  • Auf „Map Virtual Drive“ klicken.

In einer Eingabeaufforderung gibt man nun folgenden Befehl ein:

robocopy Z:\ C:\ /MIR /XD Z:\Daten /MT:8

Robocopy kopiert den kompletten Inhalt der Image-Datei auf die neue Festplatte. Der Daten-Ordner, der Quasi nur als Dummy in dem Image enthalten ist, wird ausgeschlossen.

Nachdem der Kopier-Vorgang abgeschlossen ist, kann das System neu gestartet werden. Damit ist das Betriebssystem umgezogen. Den Inhalt von „C:\Daten“ auf dem alten Heimserver kann man mittels Freigabe und Robocopy oder USB-Festplatte auf den neuen Heimserver kopieren.

15 Gedanken zu „Windows: Recovery in kleinere Partition

  1. Eine Frage zu Robocopy: Müsste der Restore auch unter Windows klappen? Ich versuchte testweise, mein Snapshot-Backup einer 250 GB SSD per Robocopy auf eine 160 GB HD zurückzuspielen, doch ich erhalte von Robocopy nur ständig Fehler, dass er dies oder das nicht lesen könne oder sowas hier:

    FEHLER 1921 (0x00000781) Quellverzeichnis wird überprüft K:\Documents and Settings\All Users\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\Anwendungsdaten\
    Der Dateiname konnte durch das System nicht zugeordnet werden.

    Das Öffnen und Mounten des Backups geht einwandfrei. Danke.

  2. Vielen Dank, /XJ half vorhin nicht, jetzt zusammen mit psexec läuft es schon mal ohne Fehler durch, aber ich sehe dafür nun keinerlei Meldungen im Fenster mehr, was er gerade kopiert.

  3. Um im Notfall ein Restore (auf eine kleinere Platte) machen zu können, brauche ich also neben Snapshot auch robocopy und psexec auf einer Rettungs-DVD. Gibt es für so eine Disk evtl. schon ein fertiges Image zum Brennen irgendwo? Snapshot hat da ja leider gar nichts.

  4. Am besten von robocopy ein Log-schreiben lassen und dieses z.B. mit WinTail anzeigen lassen.

  5. Nicht das ich wüsste, kann man vmtl. selbst basteln. Mit einer 32-bit WinPE konnte ich PsExec und FastCopy zumindest starten, was bei 64-bit nicht gelang (zumindest bei PsExec) mehr habe ich bislang nicht getestet.

  6. Nach etwa 10 Minuten Robocopy lief die Liste der bereits kopierten Dateien plötzlich los und ab dann war sie mit dem Robocopy-Prozess synchron. Seltsam. Ist reproduzierbar.

    Am Ende der Rücksicherung kamen dann doch wieder Fehler der Art:
    Neue Datei 374.9 m {7074a1cc-493a-11e6-856c-6c626d45d593}{3808876b-c176-4e48-b7ae-04046e6cc
    752}
    2016/07/14 20:59:02 FEHLER 5 (0x00000005) Folgende Datei wird kopiert K:\System Volume Information\{7074a1cc-493a-11e6-8
    56c-6c626d45d593}{3808876b-c176-4e48-b7ae-04046e6cc752}
    Zugriff verweigert

    Habe dann robocopy nochmal gestartet mit /R:0 /W:1.

    Dann der Test: Platte bootet nicht. Richtig, das Original ist ja verschlüsselt, daher ist der MBR des Restore das natürlich auch. Also wie in Deiner anderen Anleitung bootrec /fixmbr gemacht und dann startete Windows bis zum drehenden Logo und stürzte mit Bluescreen ab.

    Hm, gut, dass ich das mal getestet habe… Wobei, ich müsste es vielleicht mal mit nem original Snapshot-Restore probieren, ob das auf Anhieb tut, habe nur keine passende Platte dafür. Doch auch dann würde der MBR ja nicht passen, da meine Platte mit Diskcryptor verschlüsselt ist.

    Hast Du einen Tipp, wo man eine WinPE herbekommt oder eine Anleitung für Nicht-Admins findet, um da selbst Programme hinzuzufügen? Bin da nicht wirklich firm. Danke.

  7. Wenn’s um’s Testen geht, kann man wunderbar mit VirtualBox, Hyper-V und Co. das machen.
    Grundsätzlich sollte man immer den Restore testen und einen Notfallplan zur Hand haben, denn im Desaster-Fall dann „schnell“ was zu tüffteln schont nicht gerade die Nerven, von der Zeit mal ganz zu schweigen.

    Die Sicherung ansich ist unverschlüsselt, was den MBR betrifft, so muss man schauen, was die jeweilige Lösung her gibt. Bei TrueCrypt seinerzeit sah das so aus:

    Windows: Verschlüsselte Festplatte und Datensicherung

    Ich vermute mal DiskCryptor bietet dazu ebenfalls was an.

    An dieser Stelle wäre interessant, was im Bluescreen steht.
    Wenn allerdings beim Restore nicht alles wiederhergestellt werden konnte, ist das ein Kandidat für Probleme.

    „System Volume Information“ sind meist Schattenkopien, Wiederherstellungspunkte etc., diese könnte man vom Restore ausschließen.

  8. Vielen Dank. Mit Virtual Box usw. will ich mich nicht wirklich auch noch befassen, ich versuche lieber, ein echtes Restore auf eine USB-Platte (muss mir wohl eine größere besorgen, um Snapshot Restore mal ausprobieren zu können).

    Ansonsten seh ich das wie Du, das Restore muss klappen und man muss wissen, wie es im Ernstfall geht, denn wer weiß…

    Den Bluescreen konnte ich nicht lesen, der hat nur kurz aufgeleuchtet und dann hat sich der Rechner neu gestartet.

    Für Diskcryptor habe ich schon eine Rettungs-CD, irgendwo mal in deren Forum gefunden. Die Live-CD dort ist nicht mehr aktuell, leider. Nur die Hirens-CD werde ich mal noch testen.

    Aber im Prinzip habe ich ja gar kein Diskcryptor- bzw. MBR-Problem, da die Kiste ja nach dem MBR-Fix versuchte, zu starten. Ich vermute, dass die Robocopy-Geschichte für den Bluescreen verantwortlich ist. Irgendwas lief da beim Restore schief. Weiß nur nicht, wo ich da ansetzen soll und zudem dauert jeder Restore-Versuch etwa 3h.

    Windows hat beim 2. Fehlversuch beim Start von der restorten USB-Platte empfohlen, irgendwas zu reparieren, hat dann ewig auf der USB-Platte gerödelt um dann zu sagen, dass doch nichts repariert wurde. Der Bluescreen blieb.

    Snapshot ist hier leider kein Kandidat für das Rückspielen auf kleinere Platten (hoffe, es tut wenigstens mit der eingebauten Restore-Funktion). Aber ich muss sagen, dass ich bisher noch gar kein Backup fand, was überhaupt mit Diskcryptor und Win 7 funktioniert. Der BackupManager kann die Platte zwar als Image sichern, erkennt auch, wie voll sie ist und will nur diesen Teil sichern, läuft dann aber trotzdem weiter und sichert die gesamte Platte, was natürlich keinen Sinn macht als Image. Hier ist Snapshot voraus, da es wirklich nur den belegten Platz speichert (allerdings auch swap- und hiberfil-Dateien).

    Ich wäre ja bei Truecrypt geblieben, aber das ist bei SSD keine Option. Diskcryptor nutzt sogar das native AES von Intels i5 CPUs, das ist schon deutlich besser als Truecrypt. Nur leider hakts beim Backup.

  9. Wird versucht von der USB-HDD zu booten? Das klappt bei Windows i.d.R. nicht.

    Wegen dem Bluescreen könnte man den autom. Neustart beim Absturz mal abschalten, um zu sehen, was Sache ist.

    Robocopy und co. sind für einen Restore nicht unbedingt geeignet und für diesen Zweck auch nicht zu schnellsten. Via USB (2.0 oder 3.x) kann das zusätzlich länger dauern als intern via SATA oder SAS (wenn’s ein Server ist).

    > Hier ist Snapshot voraus, da es wirklich nur den belegten Platz speichert (allerdings auch swap- und hiberfil-Dateien).
    Auslagerungs- und Ruhezustandsdatei werden ausgeschlossen, nicht davon täuschen lassen, das es im Image angezeigt wird, bei Restore werden alle ausgeschlossenen Dateien sozusagen aus dem Inhaltsverzeichnis entfernt.

    Vielleicht wäre VeraCrypt (TrueCrypt-Nachfolger, wenn man so will) interessant.

    Am einfachsten ist halt immer der Restore auf gleich große oder größere HDD/SSD.

  10. Booten von der USB-Platte beginnt ja grundsätzlich, Bios erkennt sie und startet auch, aber dann eben der Bluescreen. Damit der stehenbleibt, müsste ich ja zuerst Windows umstellen, ein neues Backup sichern und das dann restoren, oder?

    Auslagerungs- und Ruhezustandsdatei werden wohl nur beim Snapshot-eigenen Restore ausgeschlossen, nicht bei Robocopy nehme ich an?

    VeraCrypt usw. taugt alles nicht so recht mit SSD, da gibts hier einen Faden zu:

    http://www.hardwareluxx.de/community/f227/ssd-disk-encryption-truecrypt-vs-bitlocker-vs-diskcryptor-689181.html

    Werde wohl um eine größere HDD nicht rumkommen. Andererseits ist das ja eine recht sinnvolle Notfallvorsorge, da diese 2,5″ Dinger gebraucht relativ billig sind zum in der Schublade lagern, im Gegensatz zu SSD.

  11. > Booten von der USB-Platte beginnt ja grundsätzlich, Bios erkennt sie und startet auch, aber dann eben der Bluescreen.
    Wie schon erwähnt, funktioniert i.d.R. nicht, von daher sucht man evtl. Fehler an falscher Stelle bzw. verursacht Probleme, die unnötig sind.

    > Damit der stehenbleibt, müsste ich ja zuerst Windows umstellen, ein neues Backup sichern und das dann restoren, oder?
    Kann man so machen, geht aber auch anders: Je nach Windows-Version durch „F8“ und „Automatischen Neustart bei Systemfehler deaktivieren“ (bis Windows 7) oder den BCD bearbeiten (ab Windows 8.x), alternativ die Registry offline bearbeiten und die entsprechende Funktion deaktivieren:

    https://www.wintotal.de/tipparchiv/?id=1238

    > Auslagerungs- und Ruhezustandsdatei werden wohl nur beim Snapshot-eigenen Restore ausgeschlossen, nicht bei Robocopy nehme ich an?
    Bei Robocopy kann z.B. mit „/xf“ Dateien und mit „/xd“ Ordner ausschließen.

  12. Wenn man nur das reine System umziehen will, also nur System und Daten trennen will, dann könnte man für das System auch ein extra Image anlegen, welches die Daten erst gar nicht enthält.

    Hierzu erstellt man einfach ein extra System Image in dem man mittels „–exclude“ Parameter die Daten gleich von der Sicherung ausschließt.

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