Windows Server 2012 – Kein Home Server, kein Small Business Server Standard und Premium Add-on mehr

Das sind Neuigkeiten, die wird der eine oder andere möglicherweise erstmal verdauen müssen:

In den FAQ zum Windows Server 2012 Essentials (PDF), dem Nachfolger zum Windows Small Business Server 2011 Essentials, ist sowohl das Ende des Windows Home Servers als auch das Ende des Windows Small Business Servers 20xx Standard und des dazugehörigen Premium Add-ons angegeben.

Es bleibt also lediglich der Essentials-Server für kleine (und mittlere) Umgebungen übrig. Wer mehr als 25 Benutzer bzw. 50 Geräte hat oder einen Exchange- oder SQL Server nutzen möchte, muss entweder auf Windows Server 2012 Standard und den Exchange Server bzw. SQL Server Standard zurückgreifen oder gehostetes Exchange verwenden.

Beim SQL Server hat man dann allerdings keine andere Wahl mehr.

Wer seine E-Mails, schon allein aus Datenzugriffs-, Verfügbarkeits- oder aus juristischen Gründen (Datenschutz, rechtskonforme E-Mailarchivierung usw.) im eigenen Haus haben möchte, hat dabei dann mitunter nicht mehr all zu viele Optionen im Microsoft-Portfolio.

Wer die Kosten und den Aufwand für den „normalen“ Exchange-Server scheut, der kann auf Alternativen wie den MDaemon Messaging Pro Server von alt-n zurückgreifen.

In den FAQ findet sich darüber hinaus der Hinweis, das eine Windows Server 2012 Standard-Lizenz, sowohl wie bisher einmal physikalisch als auch neu zweimal virtuell auf einem Computer genutzt werden darf. Dies ist aber nach Meinung des Autors die einzig gute Nachricht.

Fazit

Das Microsoft die Small Business-Produkte umstrukturiert ist (leider) seit der 2008-Produktreihe normal. Die jetzt kommenden Änderungen stellen allerdings für viele kleine und mittlere Betriebe eine große Umstellung dar. War es bislang recht einfach und günstig möglich Exchange zu betreiben oder im Falle des Premium Add-ons einen SQL-Server z.B. für ein CRM zur Verfügung zu haben, so bleibt in Zukunft nur noch der Griff zu den (ungleich) teureren Standard-Lizenzen und deren Zugriffslizenzen oder die Suche nach Alternativen.

Auch ist die vielerorts beworbene Cloud und deren Integration nicht überall sinnvoll oder gar realisierbar. Nach wie vor gibt es Gegenden in denen die Breitbandversorgung nicht wirklich gegeben ist. Der Autor selbst betreut Kunden, die lediglich über ein ADSL mit 256 kbit/s an das Internet angebunden sind.

Ferner wird ein Unternehmen, das dem Datenschutz verpflichtet ist oder andere brisante Informationen verarbeitet, z.B. Steuerberater oder Finanzdienstleister, nicht in der Lage sein, die Daten aus der Hand bzw. außer Haus zu einem Provider zu geben.

7 Kommentare

  • Ich persönlich empfinde diese umstrukturierung als unverschämt. Kleine Unternehmen werden hier gezwungen Office 360 bzw. in die richtung Hosted Exchange zu gehen, bzw. sich Exchange Standalone anschaffen. Der klare benefit liegt natürlich bei Microsoft, ich persönlich sehe noch keinen beim Unternehmen bzw. beim Kunden im KMU.

    Für mich ist und war der Small Business Server ein passendes Produkt für KMU wobei ich im namen meiner Kunden sprechen kann wenn ich sage das Produkt passte optimal.

    Mit freundlichen Grüssen

    Sven Stelzer

  • Hi Sven,

    ich geb‘ dir durchaus recht.
    MS wünscht sich natürlich, das die Kunden Office 360 oder Hosted Exchange nehmen, aber es gibt ja auch genug Alternativen.
    Man kann das Ganze durchaus als Nachteil für den Kunden sehen, funktional und vor allem preislich.
    Es bleibt für kleine Umgebungen nur noch der SBS 2012 Essentials übrig.
    Bei diesem darf man dann zum einen jeden Benutzer lizenzieren (im Gegensatz zum SBS 2011, wo 25 CALs dabei waren) als auch einen Mail- oder Groupware-Server nachrüsten.

    Genauso ärgerlich ist der Wegfall vom SBS Premium. Kunden, die bislang mit dieser Kombi günstig Anwendungen, die einen MS SQL-Server benötigen, betreiben konnten, dürfen bei der nächsten Migration tiefer in die Tasche greifen.

    Kurzum: Schade.
    Aber wer weiß was in zwei bis vier Jahren wieder ist.

  • Hallo,
    ich finde es durchaus schlau von Microsoft, den Kunden über die Hintertür in die Cloud zu zwingen. Schliesslich wird die Cloud ja nun schon seit Jahren zum Hype erhoben, nur hat es eben keinen interessiert 😉 Ich hoffe jedoch auf die Wiederauferstehung von Anbietern wie : KEN von AVM, oder Ferrari und viele mehr die seit Einführung von SBS vom Markt gedrängt wurden. Dies ist ein guter Zeitpunkt ein Mail – Kontakt und Terminsystem für KMU’s zu entwickeln, das mit Pop3 auch gut zurecht kommt 😉 . Sollte jemand da einen heissen Tipp haben, nur immer her damit !
    MfG
    Markus Haugg

  • hMailServer (nur Mail), MDaemon von alt-n und ggf. noch was sich hier so findet:

    Windows: Alternativen zum AVM KEN!

    Ich persönlich bin, wenn es um die Abhängigkeit von Outlook geht, mit MDaemon sehr zufrieden. Ansonsten gibt’s ja noch Tine 2.0 usw.

    Auf die Wiederauferstehung von KEN warten viele, aber was nützt das, wenn einem die Zeit abläuft. Irgendwann laufen die alten Arbeitsplätze und Server nicht mehr, beim SBS das Gleiche in Grün.

  • Hi Andy, danke für die Tipps, ich werde sie mir mal dringend ansehen müssen. Viele meiner Kunden haben bisher den SBS eingesetzt und müssen nächstes Jahr das Netz erneuern. Da anscheinden Office 360 mit 1und1 nicht wirklich gut kann, brauch ich ein paar Alternativen. Auch der schon früher gebrachte Einwand dass nicht jeder VDSL oder LTE zur Verfügung hat gilt hier ebenfalls. Vielleicht holt AVM das KEN ja nochmal aus der Kiste und entwickelt ein bisschen weiter, die Version4 war ja schon ganz brauchbar 🙂 Auf jedenfall sag ich nochmal Danke für Deine Links, ich werde sie mir mal durchsehen.
    MFG Markus Haugg

  • Na ja, das hoffen bringt evtl. nicht viel. Zuletzt hatte wohl Avira den Support für Ken übernommen, aber laut Kommentar zu dem von mir verlinkten Artikel zum 31.05.2013 abgekündigt.

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