Windows: Exchange Server 2013 unter Windows Server 2012 Essentials installieren – Gar nicht erst versuchen!

Kleine und mittlere Betriebe, die bislang auf den Windows Small Business Server 20xx Standard, der den Exchange Server beinhaltete, gesetzt haben, dürften mit Windows Server 2012 das eine oder andere Problem bekommen.

So gibt es als Einstiegsklasse lediglich den Windows Server 2012 Foundation und Essentials. Beide sind in Sachen maximale Benutzer als auch RAM-Nutzung, wie auch funktional eingeschränkt. Der Foundation Server ist darüber hinaus explizit an Hardware gebunden. Das alleine wäre erstmal nicht weiter tragisch. Allerdings ist es z.B. auch nicht möglich, den aktuellen Exchange Server 2013 unter Windows Server Essentials zu installieren.

Mal abgesehen davon, das Microsoft sowieso schon immer empfohlen hat, den Exchange Server nicht auf einem Domänencontroller zu installieren. Die Ausnahme von der Regel war bislang allerdings immer der Small Business Server gewesen.

Was gibt es für Lösungswege?

Microsoft möchte die Kunden zu den Cloud-Lösungen wie Hosted Exchange oder Office 365 bringen. Kann oder möchte man das nicht, so bleibt entweder der Weg über eine Exchange-Alternative wie Alt-n MDaemon oder hMailServer (wenn es nur um E-Mail geht) oder man lizenziert Windows Server 2012 Standard, installiert Diesen einmal physikalisch mit der Hyper-V Rolle und zweimal als virtuelle Maschine. Die erste virtuelle Maschine stellt dabei die Infrastruktur-Rollen wie Active Directory, DNS, DHCP, usw., auf der zweiten virtuellen Maschine wird der Exchange Server installiert.

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Da ein Kunde von uns genau in dieser Situation ist, aber auf den Exchange Server wegen seines CRM- und CTI-Systems angewiesen ist, bleibt letztlich nur der saure Apfel übrig die große Lösung, sprich den Windows Standard- und Exchange-Server zu lizenzieren. Entsprechendes Budget sollte dafür vorhanden sein. Das Ganze ist zusätzlich für den Kunden ärgerlich, da er über den 15 Benutzern eines Foundation, aber unter 25 Benutzern eines Essential Servers liegt. Jetzt könnte man zwar argumentieren: Was ist wenn man die 25iger Marke knackt?! Denn dann skaliert der Standard-Server besser. Das ist zwar richtig, aber wenn eine Firma bereits 20 Jahre lang in etwa der gleichen Größenordnung in Sachen Mitarbeiter-Zahl (+/- Zwei) ist, dann ist das nicht wirklich ein Grund für einen „größeren“ Server.

Kurzum: Die „kleinen“ Kunden sind je nach Anforderung bzw. Abhängigkeit dazu „verdammt“ mehr zu bezahlen.

Versucht man dennoch auf einem Windows Server 2012 Essentials den Exchange Server 2013 zu installieren, erhält man unter anderem folgende Meldung(en):

Exchange Server 2013 Setup unter Windows 2012 Essentials

Zugegeben, ich habe nicht weiter versucht zu installieren. Evtl. gibt es irgendwelche Tricks, supported wird das dann aber wohl eher nicht.

3 Kommentare

  • Hallo,

    Habe den Blog mit Interesse gelesen und vor allem die Kombination man lizenziert Windows Server 2012 Standard, installiert Diesen einmal physikalisch mit der Hyper-V Rolle und zweimal als virtuelle Maschine (1 x Exchange und 1 x AD, DNS, DHCP etc.) hat mein Interesse geweckt.

    Ist es korrekt das man in einer solchen Kombination nur 1 x Windows Server 2012 mit entsprechenden CALS und 1 x Exchange 2013 mit entsprechenden CALS anschaffen muss? Den in einer Windows 2012 Lizenz sind ja zwei VM-Lizenzen darin enthalten oder?

    Danke für eine klärende Antwort.

    Gruss D. Russo

  • Hallo Davide,

    das entspricht zumindest der Info, die wir von den MS-Lizenz-Spezis unserer Zulieferer erhalten haben und entspricht auch den Angaben von MS zum Windows Server 2012.

  • Manuel Wollmerstedt

    Dem kann ich nur zustimmen. Windows Server 2012 Standard beinhaltet für die VM die Lizenzen zum betreiben der Gast-OS. Man benötigt also nur eine 2012-Standard-Lizenz + CALs und bei Exchange 2013 das selbige.

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