X2Go und Xpra: Remote-Firefox etwas mehr Beine machen

In der Ausgabe 16/2018 der c’t findet sich der Artikel Rasende Robbe –
Mit X2Go grafische Linux-Anwendungen aus der Ferne nutzen
. Ich nahm diesen zum Anlass meine Tests aus der Vergangenheit zu wiederholen.

Für den Versuch wurde unter Hyper-V auf Basis von Windows Server 2012 R2 Standard auf einem Fujitsu Primergy TX150 S7 (Intel Xeon X3430, 32GB RAM) ein neuer virtueller Computer mit zwei vCPUs und 4 GB RAM erstellt und frisch Debian 9.5 Stretch installiert.

Firefox etwas pimpen

Wie man im genannten Artikel oder unter

Mozilla Bugzilla – Firefox 40+ are very sluggish through x2go

lesen kann, hilft eine kleine Konfigurationsänderung, die Lage bei Remote-Nutzung etwas zu bessern:

  • Firefox starten
  • about:config in die Adresszeile eingeben
  • gfx.xrender.enabled von „false“ auf „true“ ändern
  • Den Browser neu starten

X2Go

Wie im c’t-Artikel beschrieben, bringt die Änderung im Firefox tatsächlich etwas, Wunder darf man allerdings keine erwarten. Grundsätzlich scheint es mir zudem eine gute Idee zu sein, nicht die ESR- sondern die aktuelle Stable-Ausgabe des Browsers zu verwenden.

Etwas mehr bringt dann die Alternative Pale Moon, ein ehemaliger Firefox-Fork, der mittlerweile eher eigenständig ist.

Getestet wurde übrigens die Wiedergabe eines YouTube-Videos.

Xpra

Bei Xpra konnte ich irgendwie keine Verbesserung, eher eine Verschlechterung feststellen. Allerdings schien mir beim ersten Test vor einiger Zeit, das diese Art der Fernnutzung besser auf realer statt virtueller Hardware funktioniert. Das mag allerdings von der genutzen Anwendungen abhängig sein.

Fazit

Ja, es bringt etwas, aber vielleicht habe ich einfach zuviel erwartet. Auf nativer Hardware, also nicht virtualisiert, klappts ein bischen besser. Nungut, Browser und auch noch gleich VIdeo-Wiedergabe geht schon recht in die Vollen.

Leider muss man, zumindest in dieser Testumgebung, zugeben das es mit Windows und RDP besser klappt. Da ruckelt es zwar auch ein wenig, ist aber um Längen besser.

Ein Gedanke zu „X2Go und Xpra: Remote-Firefox etwas mehr Beine machen

  1. Wenn man im FF auch noch general.smoothScroll auf false stellt, wird es nochmals besser.

    Weitere Config-Switches, die man ausprobieren kann:
    gfx.canvas.azure.backends auf cairo setzen (default ist skia ). Hier wird das verwendete Grafik-Backend eingestellt.
    gfx.content.azure.backends dito
    gfx.text.disable-aa auf true (Antialising für Fonts abstellen; default ist true )
    gfx.use_text_smoothing_setting auf false (ist default)

    Zu xpra: Ich habe xpra schon öfter getestet. Jedes Mal tat es nicht auf Anhieb und Abstürze waren auch immer wieder dabei. Zudem ist xpra nichts für schwächere Rechner.

    Uli

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