Was zunächst wie ein einfacher Schrauber-Job erschien artete leider aus: Das Innenleben eines PCs sollte in ein kompakteres Gehäuse verpflanzt werden. Wie sich herausstellte war das noch der einfachste Teil.

Der ursprüngliche PC stammte nicht von uns, also wurde zunächst Inventur gemacht, was für Komponenten verbaut sind:

  • Mainboard: Gigabyte X570 AORUS PRO
  • CPU: AMD Ryzen 9 3900X
  • RAM: 64 GB DDR4-3200 (2x 32 GB)
  • M.2 SSD: 2x XPG GAMMIX S50 Lite 2 TB NVMe
  • GPU: NVIDIA GeForce RTX 3050 6 GB

Auffällig war, das Windows 10 auf der SSD im M2B-Slot installiert ist, während die SSD im M2A-Slot leer war. Dies sollte noch relevant werden. Apropos Windows 10: Der PC sollte zudem mit Windows 11 neu installiert werden. WhyNotWin11 meldete zunächst das der PC mangels TPM 2.0 nicht kompatibel sei, dennoch lies sich Windows 11 ohne Tricks (auf der SSD im M2A-Slot) installieren.

Die ersten Stunden nach dem Umbau und der Neuinstallation sah auch alles gut aus, aber dann begannen die Probleme. Der PC startete immer mal wieder unvermittelt neu und hing dann im BIOS, da die SSD im M2A-Slot nicht mehr erkannt wurde. Erst wenn der Computer stromlos war und dann erneut gestartet wurde lief er wieder. Als erste gute Tat wurde daraufhin das BIOS zurückgesetzt, das half leider nicht also folgte als nächstes das Update auf die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Version F39 (Oct 29, 2025). Das half leider auch nicht bei dem genannten Problem, hatte dafür allerdings einen anderen positiven Nebeneffekt, dazu später mehr.

Nach einiger Recherche zeigte sich, das dieses SSD/Boot-Problem bekannt ist. Bei manchen hängt es an der genutzten SSD (Marke, Modell, Größe), bei anderen an welchen USB-Ports welche Geräte verbunden sind, es gibt offenbar sogar Fälle wo es am DisplayPort-Kabel liegt.

Um der Sache Herr zu werden wurde zunächst die SSD im M2B-Slot entfernt und an gleicher Stelle die SSD vom M2A-Slot eingesetzt. Ferner wurden die USB-Maus und -Tastatur von den Front-USB3-Anschlüssen auf die USB2-Ports auf der Rückseite gesteckt. Was soll man sagen: Seitdem läuft die Kiste und wir hoffen das bleibt so.

Zum Thema TPM ergab sich dann noch folgendes: Auf dem Board ist ab Werk kein entsprechender Chip verbaut, dafür gibt es einen Anschluss an dem ein GC-TPM2.0_S gesteckt werden kann. Das Original von Gigabyte ist offenbar vergriffen oder selbst wenn verfügbar relativ teuer. Eine Option besteht darin auf kompatible Module auszuweichen. Ein Beispiel ist dieses hier (keine Werbung, kein Partner-Link, ungetestet):

Amazon  NewHail TPM2.0 Modul LPC 12Pin Modul mit Infineon SLB9665 für Gigabyte Motherboard kompatibel mit GC-TPM2.0_S

Mitunter ist das allerdings gar nicht nötig, da in neueren CPUs das TPM integriert ist. In der oben genannten CPU ist das in Form von fTPM der Fall. Offenbar erkannte das Windows 11-Setup dieses und lies sich daher einfach so installieren. Das WhyNotWin11 letztlich “grün” wurde lag schlicht am BIOS-Update.

Soweit sieht nun fast alles gut aus, bleibt nur noch ein Lüfter-Thema. Verbaut ist der Boxed-Kühler von AMD, der deutlich zu hören ist wenn dem System mehr abverlangt wird, aber selbst bei kurzen Spitzen durchaus stören kann. Mal sehen ob sich via BIOS oder Tools und/oder einem besseren Kühler daran noch etwas drehen lässt.

Lasst mir gerne ein Kommentar da, falls ihr zum Thema Kühlung Tipps oder eine Empfehlung habt. Danke euch.

Update 17.01.2026

Zu früh gefreut: Über Nacht ist das System einfach stehen geblieben, kein BSOD, einfach (Hardware-)Stopp. Das Einzige was sich gegenüber den Tagen zuvor geändert hat ist das eine USB-Festplatte angeschlossen wurde. Der Plan war auf diese regelmäßig Datensicherung zu erstellen. Für den Moment ist der Eindruck, das dieses System ein Problem in Richtung USB 3.x hat. Die USB-Festplatte wurde erstmal wieder abgezogen und wir beobachten ob es jetzt wieder stabil ist.

Update 04.02.2026

In der Zwischenzeit gab es noch ein paar Abstürze und Lösungsansätze. Das es erst jetzt wieder ein Update gibt liegt schlicht daran, das die Abstürze sporadisch aufgetreten sind, mal nach ein paar Stunden, mal erst nach einem bis drei Tagen. Provoziert haben wir das Ganze auch nicht bekommen, also war Geduld gefragt. Zum Glück hatte es niemand eilig. Eigentlich war der genannte Rechner sogar schon aussortiert, bevor der Entschluss kam, das dieser einer neuen Nutzung zugeführt werden sollte.

Kollege Peter (Grüße und vielen Dank für deinen Support) meinte, man solle mal einen Memtest laufen lassen und die Firmware der SSDs prüfen. Ersteres lief und lief und zeigte das es dem RAM gut geht. Mit der XPG SSD Toolbox fand sich neben dem Zustand der SSDs, die sind übrigens in Ordnung, ein Firmware-Update. Beide SSDs wurden aktualisiert und dann wurde weiter auf den nächsten Absturz gewartet. Dieser kam dann leider auch. Also nächste Runde.

Bei dem Verdacht das es irgendwie mit USB zusammenhängen könnte, fand die Recherche diesen Hinweis:

USB 3.0 crashes, freezes, or system stops on Gigabyte X570 AORUS PRO are commonly linked to power management, BIOS issues, or controller overload.
Here are the most effective fixes based on user reports:

- Disable Global C-States in BIOS:
This resolves USB 2.0/3.0 hitching and freezes.
Go to Advanced > CPU Configuration > Global C-State Control and disable it.
This fix is confirmed effective for both X570 AORUS PRO and similar models.

Quelle: Brave Search – Gigabyte X570 AORUS PRO usb3 crash stop hang

Mittlerweile war zwar klar, das es nicht am USB hängt, aber einen Versuch schien es dennoch Wert zu sein. Was soll man sagen: Das war es! Die C-States deaktiviert und seitdem läuft die Kiste, und läuft und läuft und läuft… wie der Duracell-Hase.

Zusammenfassend sehen die geänderte BIOS-Einstellungen gegenüber den Defaults wie folgt aus:

  • AC BACK [Always Off] -> [Memory]
  • CPU-FAN Speed Control [Normal] -> [Silent]
  • CSM Support [Enabled] -> [Disabled]
  • Global C-state Control [Auto] -> [Disabled]

Die “Global C-state Control” gibt es übrigens zweimal:

  • Tweaker – Advanced CPU Settings
  • Settings – AMD CBS – CPU Common Options

Ich hab’ sie beide auf “Disabled” gesetzt.

Last but not least kam nun noch das Thema SecureBoot hinzu. Bekanntermaßen laufen dieses Jahr die alten Zertifikate aus den Jahren 2011 und 2013 ab, ergo nutzen wir die Gelegenheit bei diesem System zu schauen, wie der Stand der Dinge ist. Was soll man sagen, auch das wurde spannend: Im BIOS war zwar SecureBoot aktiv, meldete allerdings noch “Setup Mode”. Windows wiederum meldete, das SecureBoot inaktiv sei. Gelöst werden konnte das so:

  • Im BIOS unter “Boot” den “Secure Boot Mode” auf “Custom” setzen und anschließend “Restore Factory Keys” auszuwählen. Es folgt ein Neustart.
  • Nach einem (weiteren) Neustart kann man den “Secure Boot Mode” wieder auf “Standard” setzen.

So wird SecureBoot in Windows als aktiv angezeigt. Das Zertifikat-Update sollte mittels Windows Update kommen. Hierzu in einem anderen Beitrag mehr.

Nun scheint alles gut zu sein und das System ist bis jetzt nicht mehr abgestürzt. Einzig offener Punkt ist noch der CPU-Lüfter, also ob man etwas besseres verbaut wegen Geräuschentwicklung und besserer Kühlleistung. Mal sehen, ob das noch kommt. Jetzt soll erstmal mit dem System gearbeitet werden.


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Quellen

reddit – x570 Aorus Elite und NVMe m2 verschwinden

Level1Techs – Forum – NVMe Issues On X570