ArchivistaVM: PXE-Boot

Vor einer Weile hatte ich mal versucht, ArchivistaVM via PXE zu booten. Der Beweggrund war zum einen reine Neugierde, ob es denn funktioniert und zum anderen der Gedanke, das man auf diese Art und Weise ohne zu den Servern laufen zu müssen, die neueste Version verteilen könnte.

Zwischenzeitlich hat Urs Pfister von Archivista sich der Sache angenommen und ca. 20 Stunden Arbeit investiert, um PXE-Boot zu ermöglichen.

Eine Kurzanleitung für (Debian-)Linux findet sich im Forum. In diesem Artikel wird der Weg unter Windows mit Hilfe von Tftpd32 beschrieben.

Wir erinnern uns:

  • ArchivistaVM läuft mittlerweile ausschließlich im RAM und
  • wird vom USB-Stick gebootet.

Zwar ist es ebenfalls keine große Sache, die neueste Version auf einen USB-Stick zu packen und dann die Server neu zu starten, aber wenn es auch schneller und von zentraler Stelle aus geht, warum nicht.

Wird ArchivistaVM via PXE über das Netzwerk gebootet, muss man lediglich auf dem DHCP/TFTP-Server die neueste Version hinterlegen.

Vorbereitung

Auf einem Windows-Computer müssen folgende Schritte durchgeführt werden:

  • Den Ordner „C:\PXE“ anlegen.
  • Aktuelles Tftpd32 herunterladen und nach „C:\PXE\Tftpd32“ entpacken. Für den Test wurde die „klassische“ 32-bit Standard Edition als ZIP-Archiv verwendet.
  • Das aktuelle ArchivistaVM Release herunterladen und nach „C:\PXE\TFTP-Root“ entpacken. Es wird mindestens die Version vom 28.10.2012 benötigt.
  • Aus der ISO-Datei den Ordner „pxelinux.cfg“ nach „C:\PXE\TFTP-Root“ entpacken. Das Ergebnis sollte so aussehen „C:\PXE\TFTP-Root\pxelinux.cfg“.
  • Die Datei „pxelinux.0“ von „C:\PXE\TFTP-Root\pxelinux.cfg“ nach „C:\PXE\TFTP-Root“ kopieren.
  • Die Datei „tftpd32.exe“ aus dem Ordner „C:\PXE\Tftpd32“ ausführen. Bei der ersten Ausführung erscheint eine Abfrage der Windows-Firewall, der zuzustimmen ist.
  • Unter „Server interface“ die Netzwerkkarte einstellen, an die der DHCP/TFTP-Server gebunden werden soll.
  • Auf die Schaltfläche „Settings“ klicken.
  • Auf der Registerkarte „GLOBAL“ alle unnötigen Dienste deaktivieren, es wird nur der TFTP- und DHCP-Server benötigt.
  • Auf der Registerkarte „TFTP“ folgende Einstellung vornehmen:
Base Directory: C:\PXE\TFTP-Root
  • Auf der Registerkarte „DHCP“ folgende Einstellungen vornehmen:
IP pool starting address: DIE-ERSTE-IP-ADRESSE-DIE-DER-DHCP-SERVER-VERGEBEN-DARF
Size of pool: DIE-MAXIMALE-ANZAHL-AN-DHCP-LEASES
Boot file: pxelinux.0
WINS/DNS Server: IP-ADRESSE-DES-SERVERS
Default router: IP-ADRESSE-DES-ROUTERS
Mask: SUBNETZMASKE
"DHCP Options - Ping address before assignation" deaktivieren.
"DHCP Options - Bind DHCP to this address" aktivieren und die entsprechende Adresse auswählen.
"DHCP Options - Persistant leases" deaktivieren.
  • Zum Abschluss Tftpd32 neu starten.

Die hier genannten Einstellungen entsprechen einer Minimal-Konfiguration.

ACHTUNG: Mit der hier vorgestellten Konfiguration erstellt man unter Umständen einen zweiten bzw. weiteren DHCP-Server im Netzwerk!

Möchte man den Bootvorgang anpassen, so kann man die Dateien „C:\PXE\TFTP-Root\pxelinux.cfg\default“ und „…boot.pxe“ editieren.

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