Intel RST RAID 1 auflösen und beide Festplatten für Dualboot verwenden

Bei einem Kunden stand die Anforderung an, auf einem PC der bislang mit einem Windows 7 64-bit auf einem Intel RST RAID 1 betrieben wurde, das RAID aufzulösen und ein Dualboot mit Windows 7 32-bit einzurichten.

Hintergrund dieser Anforderung war die Notwendigkeit ein 32-bit Betriebssystem für eine spezielle Anwendung und deren Treiber, die unter 64-bit nicht funktionieren, zur Verfügung zu stellen.

Anbei die notwendigen Schritte in Stichpunkten:

  • Aktuelle Datensicherung, idealerweise eine Image-Sicherung (Acronis, Drive Snapshot, …), erstellen.
  • Beim Starten des Computers die Tastenkombination „Strg + i“ drücken um in das Intel RST-Menü zu gelangen. Ein Auflösen des RAIDs unter Windows und dem entsprechende grafischen Tool ist nicht möglich.
  • Den Menüpunkt „Delete RAID Volume“ auswählen.
  • Das zu löschende RAID auswählen und den Löschvorgang bestätigen.
  • Die Meldung, das alle Daten gelöscht werden bestätigen.

Bei einem RAID 1 werden nur die RAID-Informationen von den Festplatten entfernt, die Partitionen und Daten wie Betriebssystem usw. bleiben bestehen. Lediglich die Festplatte die am niedrigstens SATA-Port angeschlossen ist, wird als Boot-Medium verwendet, während die zweite Festplatte als offline markiert wird.

Nach einem Neustart des bereits installierten Windows erkennt das System die Änderung und wechselt entsprechend den Treiber für die Festplatte aus. Im Geräte-Manager ist das daran zu erkennen, das nicht mehr „Intel RAID…“ sondern die Typenbezeichnung der Festplatte unter „Laufwerke“ angezeigt und ein Neustart angefordert wird.

  • Die 2. als offline markierte Festplatte unter Windows oder von der Installations-DVD aus online schalten und löschen.
  • Die zweite Windows-Installation auf der 2.Festplatte durchführen.

Der Windows-Boot-Manager wird automatisch angepasst. Dieser befindet sich auf der 1.Festplatte in der Partition „System-reserviert“.

Tipps

Mit dem Befehl „bcdedit /set <GUID> description TEXT“ kann der Eintrag im Boot-Menü angepasst werden. Per Standard steht dort nur „Windows 7“, was die Auswahl, ob man nun das 32- oder das 64-bit System booten möchte, erschwert.

Die GUID kann mit dem Befehl „bcdedit /enum“ und „bcdedit /enum /v“ ermittelt werden.

Das nach Ablauf von 30 Sekunden zu startende Betriebssystem kann mit dem Befehl „bcdedit /default <GUID>“ festgelegt werden.

Da der Boot-Manager seit Windows Vista automatisch der Partition, die das gestartete Betriebssystem beinhaltet den Laufwerksbuchstaben „C:\“ vergibt, sollte man die Windows-Partitionen entsprechend benennen, der Übersicht halber und falls man Daten zwischen den Windows-Versionen austauschen möchte.

Ein Kommentar

  • Ein sehr guter Beitrag ! Die geschilderte Verfahrensweise hat perfekt
    funktioniert. – Vielen Dank !

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