Tschüss Action Pack, es war mal schön mit dir

Eigentlich ist das Action Pack von Microsoft eine feine Sache. Für einen jährlichen Obolus erhält man diverse Lizenzen für den eigenen Gebrauch. Man meldet sich an, zahlt, bekommt Zugriff auf die Lizenzschlüssel und die Downloads und los gehts.

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Schwierigkeiten bei der Verlängerung, immer gegen Jahrsende in unserem Fall, fürchtete ich bereits die “Verlängerungs-Aktion”. Sei es das ewig leidige Thema, das so manches nur mit den MS-eigenen Browsern Interner Explorer oder zuletzt eben Edge funktioniert und selbst da nicht richtig oder Probleme mit der Bezahlung oder nur mit Verrenkungen wie z.B. die Sprache ändern es weiter geht.

Vergangenes Jahr mit dem Wechsel auf die Azure-Plattform war dann das Chaos perfekt. Der Partner-Support meinte “jeder hat Probleme”. Nur mit Hilfe eines Hotline-Mitarbeiters und eines erzwungenen Windows 10-Computers, da man nur dort Fernbetreuung vom Support erhält, konnte das Partner-Konto auf Azure umgehoben werden.

Fairerweise muss ich dazu sagen, das bei uns noch ein Namenswechsel hinzukam. Der damalige Supporter meinte allerdings, das es bei dem Wechsel der Plattform diesbezüglich keine Probleme gibt, ganz im Gegenteil, es wäre die perfekte Gelegenheit den Namen anzupassen und auf der alten Palttform einfach alles zu lassen wie es ist. Das sah soweit gut aus, aber um ehrlich zu sein wäre ich nie auf die ganzen Schritte gekommen, wie mir zu diesem Zeitpunkt per Telefon und Fernbetreuung vorgegeben wurden. Einfach sieht anders aus.

Im Gegensatz zu früher kann man vorab das Abo nicht mehr verlängern. Vielmehr kann man nun innerhalb eines Zeitfenster nach dem Ablauf erst die Verlängerung bestellen. Also auf das Ablaufdatum gewartet und dann wie mir der Supporter mitgeteilt hatte die Verlängerung gekauft. Aber da kamen dann weitere Überraschungen.

An dieser Stelle die Anmerkung, das wir keine Firmen-Kredikarte haben, Microsoft bietet dafür dann nur noch Überweisung als Alternative an. Das hatte mal alles funktioniert, bis jetzt. Selbst nach Wochen gab es keine Proforma-Rechnung geschweige denn korrekte Angaben, was denn nun zu bezahlen wäre. Trotz Angabe der Ust.-ID war in den Bestelldetails immer “geschätze Steuer: 0,00 €” angegeben. Witzig, Teil I.

Im Partner Portal Ticket eröffnet, selbst nach Wochen hat da niemand drauf reagiert. Partner Support angerufen, man wäre überlastet hieß es, auch oder gerade wegen der Azure-Umstellung. Der Supporter gab sich alle Mühe, forderte per Mail Screenshots usw. an. Gab sofern es ihm möglich war Rückmeldung. So gab es einmal die Mitteilung, man solle die Steuer-ID eintragen, denn dann würde die Steuer-Angabe ausgerechnet. Die war aber bereits drinnen, was die zuvor übermittelten Screenshots auch zeigten. Zur Sicherheit also nochmal den betreffenden Screenshot samt Markierung übermittelt. Witzig, Teil II.

In der Zwischenzeit kamen automatische Erinnerungsmails das man doch mal bezahlen sollte. Witzig, Teil III. By the way: Mit Witzig ist dabei selbstredend ironisch gemeint. Und ja, mittlerweile ist man von dem Thema schlichtweg genervt und man hat eigentlich zudem anderes zu tun. Nachdem ich die Faxen nun dicke hatte und im Gegensatz zu den vergangenen Jahren statt Stunden mittlerweile Tage/Wochen für die Verlängerung drauf gegangen sind, zogen wir Bilanz. Wo und wie werden Action Pack-Lizenzen verwendet und benötigen wir diese überhaupt.

Azure, Exchange, SQL Server (jenseits von Express), uvm. nutzen wir nicht. Diverse Test-Maschinen die mit Action Pack-Lizenzen installiert sind konnten sogar ganz eingemottet respektive platt gemacht werden. Die eigentlich produktiv-genutzten Lizenzen waren überschaubar und nach kurzer Durchrechnerei auf kurze über mittlere bis auf lange Sicht als Kauflizenz(en) schlichtweg günstiger als per jährlichem Abo. Vorausgesetzt man will nicht immer auf dem allerneuesten Stand sein. Jedes Jahr neues Office kaufen wäre in dieser Hinsicht nicht gut.

Daraus folgte dann die Stornierung der aktuellen Bestellung. Mal sehen ob MS wenigstens das hinbekommt. Zumindest im Partner-Konto war unter “Gekauft” die Order schnell verschwunden. Fairerwaise wurde das offene Partner-Ticket durch uns mit dem Verweis auf die Stornierung geschlossen.

Persönlich finde ich es schon erstaunlich, das ein milliardenschwerer Konzern wie Microsoft es selbst nach Jahren nicht hinkriegt, das solche Dinge einfach laufen. Die NFR’s die wir von anderen Herstellern haben sind wesentlich einfacher zu bekommen, da braucht’s keine Stunden, Tage oder Wochen für und auch sonst keine grossartigen Verenkungen oder Aktionen. Dennoch macht das Action Pack durchaus Sinn, wenn man es entsprechend nutzt. Für uns hat sich dieses Thema jedenfalls erstmal erledigt.

3 Kommentare

  • Zu “Witzig, Teil 1”: Wenn Du eine UStID angibst, dann ist die Steuer für Dich korrekterweise 0,00€.
    Microsoft hat den Sitz in Irland. Guck mal in der allwissenden Müllhalde (aka Wikipedia) zum Stichwort “Reverse Charge”…
    Wäre genauso, wenn Du an einen Geschäftskunden im Ausland eine Rechnung schreibst. Mit Hinweis auf die Reverse-Charge-Regelung kannst Du dann Deine Rechnung auch mit 0% Umsatzsteuer schreiben.

  • Kommentarschreiber

    Die Probleme kann ich so nicht nachvollziehen. Das Action-Pack läuft bei uns seit 2012 und konnte immer ohne Probleme verlängert werden. Das Microsoft bei seinen Partnern ein Windows-System voraussetzt, könnte nachvollziehbar sein. Und wenn es für Dich “erzwungen” scheint, welchen Sinn macht eine Partnerschaft mit einem Produkt, dass man gar nicht einsetzen möchte?? Niemand zwingt Dich dort Partner zu sein, vielleicht hättet ihr vorher mal durchgerechnet. Außerdem gibt es nicht im jählichen Turnus neue Produkte von MS, gerade die Office-Pakete erscheinen deutlich seltener. Ich erkenne hier vielmehr eine gewisse Grund-Abneigung zu Microsoft.

  • Ich glaube da liegen mehrere Missverständnisse vor:

    Die Microsoft Partnerschaft ist nicht an das Action Pack gekoppelt! Oder war es zumindest damals nicht.
    Wir sind ja nach wie vor MS Partner, nur eben ohne Action Pack.

    > Das Microsoft bei seinen Partnern ein Windows-System voraussetzt, könnte nachvollziehbar sein.

    Windows und Office nutzen wir ja, nur das selbst anno 2019 der Internet Explorer schon veraltet war und man mit keinem anderen Browser bei der Verlängerung oder anderen Microsoft-Seiten so richtig arbeiten konnte ist schon so eine Sache (gewesen). Das es zwingend seinerzeit Windows 10 sein musste ist eine andere Baustelle gewesen, wir hatten ja seinerzeit trotzdem Windows (damals 8.1) im Einsatz.

    Andere Hersteller sind beim Zugriff auf ihre (Partner-)Portale deutlich entspannter.

    > Und wenn es für Dich “erzwungen” scheint, welchen Sinn macht eine Partnerschaft mit einem Produkt, dass man gar nicht einsetzen möchte??

    Erzwungen war ja gewissermaßen der IE und seinerzeit Windows 10, der Rest doch nicht. Wie erwähnt Action Pack und Partnerschaft sind (oder waren) zwei verschiedene Dinge.

    > Niemand zwingt Dich dort Partner zu sein, vielleicht hättet ihr vorher mal durchgerechnet.

    Richtig. Eine Zeit lang haben wir das Action Pack bzw. dessen Lizenzen auch mehr genutzt, das hatte sich geändert.
    Von Vorteil war halt, das man auf diverse Produkte immer Zugriff hatte, selbst die, die man aktuell vielleicht nicht nutzt, aber evtl. doch mal testen oder nutzen möchte.

    > Außerdem gibt es nicht im jählichen Turnus neue Produkte von MS, gerade die Office-Pakete erscheinen deutlich seltener.

    Richtig. Ständig neue Windows-Client-Lizenzen benötigt man allerdings auch nicht (mehr), wenn man selbst heute noch Windows 7-Lizenzen bis hoch zu Windows 11 upgraden/nutzen kann.

    Letztlich muss jeder für sich entscheiden ob er das Action Pack benötigt oder nicht.

    > Ich erkenne hier vielmehr eine gewisse Grund-Abneigung zu Microsoft.

    Wie bitte? Ernsthaft?

    Wenn ich etwas generell gegen Microsoft und seine Produkte hätte, wieso gibt es dann diesen Blog seit über 12 Jahren mit dem Schwerpunkt auf Microsoft Windows Clients und Server.
    Das sind mittlerweile über 2600 Beiträge, die sich hauptsächlich um Windows drehen.

    Und so ganz nebenbei: Es kann ja sein das jeder andere Erfahrungen macht oder gemacht hat und man die erlebten Probleme nicht (gehabt) hat. Wir hatten da halt irgendwie Pech.

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