In der Regel ist es mittlerweile meist kein Problem mehr, Windows auf neue Hardware zu verpflanzen, aber ab und an gibt es halt doch eine Ausnahme.

Bei einem Kunden musste ein defektes Lenovo ThinkPad E580 durch ein Lenovo ThinkBook 16 G8 ersetzt werden. Bei unzähligen Hardwarewechseln (anderer Hersteller) reichte es bislang aus, vom Altgerät Laufwerk C: als Image (z.B. mit Drive Snapshot) zu sichern und dann auf dem Neugerät wiederherzustellen. Windows startet, erkennt neue Geräte und nach einem weiteren Neustart kann man sich anmelden und weiter fortfahren.

Dieses Mal lief es leider ganz anders: Nach dem Restore und dem ersten Neustart blieb das Gerät beim Windows-Logo hängen. Kein Bluescreen, kein gar nichts weiter, einfach ein Hardware-Stopp. Starthilfe, abgesicherter Modus (bootet nicht), Startprotokollierung (kommt erst gar nicht zum Log-Schreiben) half alles nichts. Es war klar, das es wohl irgendein Treiber sein musste, daher das Backup zunächst als VM wiederhergestellt, hier startete das System ohne Schwierigkeiten und unter “Systemsteuerung – Programme und Features” alles was irgendwie nach Lenovo, Intel und Co. aussah deinstalliert. Weiter ging es dann mit

Windows: Im Geräte-Manager alle ausgeblendeten Geräte anzeigen lassen

Dann ein neues Backup erstellt und auf dem neuen Notebook wiederhergestellt. Siehe da, man kommt bis zur Anmeldung. Leider blieb das Gerät dann nach der Anmeldung erneut einfach stehen. Es musste also was im Autostart bzw. bei der Benutzeranmeldung sein. Daher die VM mit Autoruns untersucht. So fanden sich Geplante Aufgaben und ein paar Dienste. Die Aufgaben wurden deaktiviert und die Dienste haben wir kurzerhand gelöscht (sc delete…).

Darüber hinaus haben wir diese beiden Ordner umbenannt:

C:\Windows\Lenovo
C:\Windows\System32\Lenovo

Weil es so schön war noch mal ein neues Backup erstellt und auf dem Notebook wiederhergestellt und siehe da, es läuft auch nach der Anmeldung. Nun konnte mit der Installation der passenden Treiber usw. fortgefahren und aufgeräumt werden.

Randnotizen

Nutzt man das Notfall-Windows 2025 hängt sich dieses bei verbundener Netzwerkkarte auf, ohne gestecktem Netzwerkkabel läuft es stabil.

Ebenfalls beim Notfall-Windows 2025 funktioniert das Touchpad nicht, man benötigt also eine USB-Maus.

Update 07.04.2026

Leider tauchte das Problem, das Windows einfach stehen bleibt nach dem Upgrade auf Windows 11 25H2 erneut auf. Circa zwei Minuten nach dem Start hing das System. Leider funktionieren Rettungsmedien bei diesem Notebook nicht so gut. Das ct-Notfall-Windows hängt sich gerne beim Start mit einem Bluescreen (irgendwas mit HAL) auf, unabhängig davon ob nun ein Netzwerkkabel gesteckt ist oder nicht (getestet mit den Versionen 2024, 2025 und 2026). Letztlich kam ich mit einem Windows Server 2022-ISO dann zu einer Eingabeaufforderung aus der heraus vom USB-Stick Autoruns gestartet werden konnte. Mit Hilfe dieses Tools konnte das System via “File – Analyze Offline System…” untersucht werden.

Es war leider einiges an Trial & Error dabei. Letztlich fand sich unter “Services” der Dienst bzw. Treiber “LenovoPowerMgrInst” der den Versuchen nach für das Aufhängen verantwortlich ist. Dieser wurde erstmal deaktiviert und das System anschließend neu gestartet. Hinter diesem Namen verbirgt sich der “Lenovo Power and Battery Install Helper”. Deinstalliert bekommen habe ich diesen wie folgt:

Die richtige Treiber-Datei ermitteln, das geht entweder in den Eigenschaften die Autoruns einem liefert oder via

pnputil /enum-drivers > C:\Temp\driver.log

Die Datei dann nach “powermgr.inf” durchsuchen. In diesem Fall sah der Treffer so aus:

Veröffentlichter Name: oem23.inf
Originalname: powermgr.inf
...

In der Registry findet man die Dateiangabe ebenfalls unter

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\LenovoPowerMgrInst

Nun zur eigentlichen Deinstallation:

pnputil /delete-driver oem23.inf /uninstall

Nochmal neu starten und der Spuk ist hoffentlich endgültig vorbei. “Wir werden sehen, sagte der Bauer” (und wartete auf das nächste Upgrade).

Update 08.04.2026

Wer auf das Vorhandensein des “Lenovo Power and Battery Install Helper” prüfen und diesen auch gleich deaktivieren möchte, kann das z.B. via PowerShell wie folgt tun:

# Prüft, ob der LenovoPowerMgrInst-Registrierungsschlüssel existiert

$regPath = "HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\LenovoPowerMgrInst"

if (Test-Path -Path $regPath) {
    Write-Host "Der Registry-Schluessel '$regPath' existiert."

    # Setze den Wert "Start" auf 4 (deaktiviert)
    Set-ItemProperty -Path $regPath -Name "Start" -Value 4 -Type DWord
    Write-Host "Der Wert 'Start' wurde auf '4' gesetzt."
    
    $host.SetShouldExit(1)
}
else {
    Write-Host "Der Registry-Schluessel '$regPath' existiert nicht."
    $host.SetShouldExit(0)
}

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