So wird aus einem altem Askozia 19″ Telephony Server ein HTPC

So langsam nahmen die Probleme mit unserem Intel DN2820FYK (NUC) als HTPC im Wohnzimmer immer mehr zu. Erst neulich die Sache mit dem WLAN, dann kamen jetzt noch häufiger Abstürze des Bluetooth-Stacks hinzu, was bedeutet in Folge kein Audio mehr und ein erzwungener Neustart und zuletzt noch Performance-Engpässe.

Klar, die Hardware war und ist nie besonders schnell gewesen, hat aber bis jetzt ausgereicht. Interessanterweise klappte mit dem DVBViewer soweit alles in Sachen Live-TV und aufgenommene Sendungen bzw. Filme anschauen. Hauptsächlich beim Streamen von Netflix und noch schlimmer von Amazon Prime gab es ständig Hänger und Aussetzer.

Bei der Beobachtung mit dem Task-Manager konnte man deutlich die CPU-Auslastung und eben die Spitzen passend zu den Aussetzern beobachten. Also musste etwas schnelleres her.

Da ich grundsätzlich für Wiederverwertung bzw. Wiederverwendung bin, kam an einem Samstag einem zugute, das man das eine oder andere ausgeschlachtete System im Keller liegen hat. So auch ein Mainboard eines ehemaligen Askozia 19″ Telephony Server. Dabei handelt es sich um ein MiTAC PD10BI, ein embedded Mini-ITX Board mit verlöteter passiv-gekühlter Intel Bay Trail-D J1900-(Celeron)-CPU, 2 GB RAM DDR3L SO-DIMM (2 Slots, max. 8 GB sind möglich).

Die damaligen SSDs der Askozia gab’s nicht mehr, daher kam erstmal eine gebrauchte 2.5″ 120 GB Samsung 840 EVO zum Einsatz. Das Netzteil wurde wegen Start-Schwierigkeiten entsorgt, stattdessen kommt ein 12 V / 3 A-Netzteil mit Hohlstecker zum Einsatz (das Mainboard bietet zwei Anschlussmöglichkeiten, 1x Onboard und 1x per Hohlstecker), dieses stammt ebenfalls aus dem Keller-Fundus von einem Wortmann Terra-Display.

Bluetooth und Infrarot für die Fernbedienung sowie WLAN, übrigens der gleiche Stick wie beim NUC, wurden per jeweilige USB-Adapter nachgerüstet. So ist es zwar auf der Rückseite gleich mal voll, dafür alles vorhandene Teile und läuft.

Schnell Windows 10 installiert und den DVBViewer umgezogen. Soweit, sogut. Netflix wird aktuell mit der entsprechenden App aus dem Microsoft Store geschaut, keine Probleme, tut wie es soll. Amazon Prime (Video) haben wir noch nicht getestet. Der DVBViewer läuft sowieso.

So sah’s provisorisch aus. Nicht hübsch, dafür selten:

Damit das Ganze wieder eher etwas für’s Auge ist, wurde kurzerhand ein günstiges Mini-ITX-Gehäuse bestellt. Die Wahl fiel auf ein M200, gekauft bei CarTFT. Darüber hinaus folgte noch eine mSATA-SSD von Transcend, diese wurde direkt auf das genannte Mainboard montiert und spart so Kabel und Platz. So sieht’s im Moment im Gehäuse aus:

Einschalten und Steuern per Fernbedienung

Um mehr Wohnzimmer-tauglichen Komfort (als zuvor) zu haben wurde zudem noch in Sachen Infrarot-Empfänger mit Einschaltmöglichkeit nach- bzw. umgerüstet. Details dazu in meinem Beitrag

HTPC per Fernbedienung einschalten und steuern

Troubleshooting

Na gut, ein wenig Troubleshooting gab es dann doch noch. Von Zeit zu Zeit setzte der Ton aus, dieser wird mittels Bluetooth übertragen. So richtig einen Reim darauf machen konnte ich nicht, scheinbar hat die Kombi aus folgenden beiden Maßnahmen geholfen:

Ursprünglich steckte der Bluetooth-Stick unterhalb des WLAN-Sticks. Das war etwas knapp. Nachdem ein USB-Anschluss nach dem Umrüsten auf den Atric IR-WakeupUSB eco frei geworden war, wurde der Bluetooth-Stick umgesteckt. Im Moment sieht die Verteilung auf der Rückseite so aus:

Als weitere Maßnahme, da ja auch diese „Kiste“ nicht so wahnsinnig leistungsfähig ist, bestand darin, den Windows 10-eigenen Virenschutz Defender nicht nur zu deaktiviereren, sondern auch dessen Dienste still zu legen:

Windows 10: Defender samt seiner Dienste deaktivieren

Fazit

Vorteil dieser Lösung, neben dem weitgehendem Wiederverwenden von vorhandenen Komponenten ist, das im Gegensatz zum NUC-Format nun eher mal das Innenleben ausgetauscht werden kann. Sollte das MiTAC-Board nicht mehr ausreichen, kann auf eine andere Kombi aus Mainboard und CPU zurückgegriffen werden.

Die Neuerung mit dem Einschalten per Fernbedienung ist zudem weitaus bequemer und die Bedienung insgesamt familienfreundlicher als zuvor.

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