Windows: HTPC – Marke Eigenbau mit Windows Media Center

Man kann schon fast sagen alle Jahre wieder, na gut, alle zwei Jahre wieder bekomm‘ ich die Krise in Sachen HTPC oder DVR. So kam es, das ich in der Vergangenheit schon mal einen HTPC mit Windows XP und Media Portal am Laufen hatte, dann einen Fantec MM-HDRTV, Spitzname Wasserkocher wegen der Geräuschentwicklung, dann einen LG RH398H DVD-/Festplatten-Rekorder und nun neu einen HTPC mit Windows 7.

Wozu das Ganze?!

Den LG find ich zwar prinzipiell gut, leise und günstig, aber die Sicherung der Aufzeichnungen nur mittels DVD ist nicht gerade auf der Höhe der Zeit. Ferner wollte ich die Möglichkeit haben, über’s Internet Videos zu sehen (Maxdome, VideoloadiTunesSouth Park, etc.).

Warum denn gleich ein Windows Media Center HTPC?!

Mich hat bei vergangenen, nicht PC-basierten Lösungen immer die fehlende Flexibilität, sei es Erweiterungen, Updates, Datensicherung usw., gestört. Da wie oben erwähnt, auch Video-Angebote aus dem Internet genutzt werden sollen, kommt man kaum an Windows vorbei (DRM, Silverlight und Co. lässt grüߟen).

Verwendete Hardware-Komponenten

– Gehäuse: YY-C581 inkl. 100W Netzteil

– Netzteil: Da mir das mitgelieferte 100W Netzteil zu laut war, habe ich es durch ein lüfterloses externes 80W Netzteil und einer internen 80W DC/DC-Wandler-Platine ersetzt. Dazu kam noch die passende Gehäuse-Blende (Link).

– Mainboard: Zotac IONITX-F-E

– CPU: Intel Atom 330 (onboard)

– GPU: Nvidia ION (onboard)

– RAM: 2GB DDR2 800 (PC2-6400) von Kingston

– HDD: Seagate Momentus 7200.4 ST9250410AS – 250 GB – SATA-300 – 2.5″

– ODD: Slimline CD-/DVD-Brenner SN-S082H von Toshiba (schon etwas älter, hatte ich noch da)

– TV-Karte: WinTV-HVR-1700 Media Center Kit (Fernbedienung ist enthalten)

– Betriebssystem: Microsoft Windows 7 Home Premium 64-bit (32-bit funktioniert auch, aber das hat ja keine Zukunft ;-))

– Maus & Tastatur: GeneralKeys PX3283-675 von Pearl (Kombi-Gerät aus Funk-Tastatur und „Joystick-Maus“, kostet nur € 19,90)

SilenX iXtrema PRO IXP-34-08 (extrem leiser Lüfter, in diesem Fall für die CPU)

Den Standard-Zotac-Lüfter hatte ich nur kurze Zeit am Laufen. Das Teil war mir viel zu Laut, also schaffte ich Abhilfe mit dem oben genannten Lüfter , den ich bei PC-Cooling.de bestellt habe. Übrigens geiler Shop mit einer Riesenauswahl.

Die Anschlussfreudigkeit des Mainboards war entscheidend für den Kauf. Hier ist der HTPC via HDMI an den TV angeschlossen. Da das Board aber auch einen VGA-, DVI-D- und S-Video-Anschluss bietet, bestehen genug Möglichkeiten, einen Fernseher irgendwie anzuschließen.

Wie man anhand der Stückliste und auf dem Foto oben sieht, handelt es sich um ein Mini-ITX-System. Eine große Kiste kommt mir nicht ins Wohnzimmer.

Software-Setup im Allgemeinen

– Windows installiert, während des Setups das WLAN konfiguriert. Auf die Vergabe eines Kennworts für den Media Center-Benutzer habe ich zu Gunsten der einfachen Handhabung verzichtet.

– Windows Updates installiert und Automatische Updates so konfiguriert, das nach Updates zwar gesucht wird, aber das Herunterladen und Installieren manuell vorgenommen wird.

– Treiber installiert bzw. die mitgelieferten Treiber auf den neuesten Stand gebracht. An dieser Stelle hatte ich ein wenig Probleme mit dem Treiber für das WLAN-Modul. Der Microsoft-Treiber funktionierte bis über Windows Update dann ein Atheros-Treiber geladen wurde.  Es ging wohl etwas beim Installieren schief. Erst das Deinstallieren des Treibers und erneutes Installieren brachte den Microsoft-Treiber zurück und nach einem weiteren Windows Update-Durchlauf wurde dann auch der Atheros-Treiber richtig installiert.

Adobe Flash Player installiert wegen div. Video-Portale.

Microsoft Silverlight installiert, ebenfalls wegen div. Video-Portale.

– Große Symbole und mittlere Schrift konfiguriert, damit man vom Sofa aus auch was erkennen bzw. lesen kann.

– Windows Sounds deaktiviert.

Media Center-Setup

– Media Center gestartet und benutzerdefinierte Ersteinrichtung durchgeführt. Dieser Teil dauert neben dem Windows/Update/Treiber-Setup ab längsten, da das Media Center nach verfügbaren Kanälen scannt.

– Sounds beim Navigieren deaktiviert.

– Autostart des Media Centers konfiguriert.

– Fehlende Senderdaten im EPG korrigiert [TV Einstellungen (Kanalbearbeitung) auf www.mce-community.de].

– Für mich persönlich überflüssige Kanäle deaktiviert und ausgeblendet.

Wen es stört, das der HTPC ungewollt aus dem StandBy aufwacht um die EPG-Daten zu aktualisieren, sollte diesen Trick anwenden.

Ich habe quasi nur ein nacktes Windows mit Treibern und ein paar Kleinigkeiten installiert. Auf einen Virenscanner wird auf diesem System zu Gunsten der Performance verzichtet. Ferner wird mit dem HTPC, nur auf bekannte Seiten gesurft. Prinzipiell fahr‘ ich bei Multimedia-Systemen, die nur einem bestimmten Zweck dienen, die Tour, nur das Nötigste zu installieren.

Troubleshooting

Nicht immer klappt es, das nach einer Aufzeichnung der HTPC in den StandBy-Modus geht. Zuverlässig hat es für mich erst nach der Installation des MCE Standby Tool (kurz MST) funktioniert.

Datensicherung

Die Media Center-Einstellungen kann man sichern. Einfach den Ordner „C:\ProgramData\Microsoft\eHome\mcepg*“ (* steht für eine Nummer, für jeden Tuner gibt es einen Ordner) kopieren. Eine vollständige Anleitung zum Sichern und Wiederherstellen findet sich hier.

Die Aufzeichnungen sind Dateien, die unter „C:\Users\Public\Recorded TV“ liegen und kopiert werden können. Der Einfachheit halber kann man ein Image (Windows Backup, Drive Snapshot, Acronis, StorageCraft etc.) verwenden und das Image irgendwo anders als auf dem HTPC aufbewahren. Auf automatische Backups sollte man nach Möglichkeit verzichten, auch hier wegen der Performance und um ungewollte Nebeneffekte mit dem Media Center zu verhindern.

Alternativ kann man auch mcBackup verwenden. Habe ich allerdings nicht getestet.

Tipps und Tricks

Je nachdem wie der HTPC aufgestellt ist, kann es sein, das einen die LEDs von Power und HDD stören. Ich für meinen Teil habe dann einfach die LEDs abgeklemmt.

Erste Erfahrungen und erster Eindruck

Ich muss sagen, das Windows 7 Media Center gefällt mir sehr gut. Einfaches Setup, Reaktionschnell, funktional. Aufzeichnungen via EPG planen ist genial einfach.

Ein Blick in die Zukunft

Soll der HTPC BlueRay-Medien abspielen können muss nur das DVD-Laufwerk ausgetauscht werden. Das Mainboard als auch die Grafikkarte sind bereits HDCP-fähig. Ferner stimmt die Anbindung an den TV mittels HDMI ebenfalls.

Ob man für die Zukunft dann noch zwingend einen Fernseher braucht oder einfach ein (großes) Display verwendet oder gar einen Beamer, stellt zusätzlich eine interessante Option dar, zumal man da auch ein paar Euro sparen kann. Man sollte allerdings bedenken, das man in einem solchen Fall zwei TV-Tuner bzw. einen Dual-Tuner im HTPC haben sollte, damit man gleichzeitig ein Programm ansehen und ein anderes Programm aufnehmen kann.

5 Gedanken zu „Windows: HTPC – Marke Eigenbau mit Windows Media Center

  1. Hallo Andy,

    ich bin derzeit auch dabei, mir einen HTPC zu basteln und möchte gerne stromsparende (und damit eben auch leistungsschwächere) Komponenten verbauen. Insbesondere die Performance deines PCs hinsichtlich Videoload & Co. würde mich daher mal interessieren. Klappt das alles reibungslos?

    Gruß
    Elektrowahn

  2. Mit Maxdome habe ich bislang keine Probleme. Videoload, iTunes und Co. habe ich nicht getestet. DVD-Wiedergabe klappt auch ohne Probleme.

    Gruß,

    Andy

  3. Was mir dazu noch einfällt für all‘ diejenigen die einen HTPC neu zusammen stellen:

    Ein Blick auf die AMD Zacate-Plattform ist wohl einen Blick wert, da Sie mehr Leistung bieten soll, als Intel Atom, bei gleichzeitigen geringen Stromverbrauch.
    Von Asus gibt es mit der E35M1- Serie sogar lüfterlose Mainboards.

    Zum Testen hatte ich leider bisher keines hier.

    Gruß,

    Andy

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